Wien 2006
Schluss mit dem Massaker im Libanon und in Gaza!
Stoppt den israelischen Terrorkrieg! - Demo am 28. Juli, Wien
Aufruf zur Demonstration
Freitag, 28. Juli 2006, 17Uhr
Stephansplatz => Ballhausplatz => US-Botschaft
Wir protestieren aufs Schärfste gegen den israelischen Angriff auf den
Libanon. Entgegen den israelischen Behauptungen richtet sich dieser nicht
allein gegen die Hizbollah, sondern gegen die libanesische
Zivilbevölkerung, gegen die Straßen, Brücken, Elektrizitätswerke, gegen
die libanesische Wirtschaft. In menschenverachtender Weise wird die
ehemalige Schweiz des Nahen Ostens um Jahrzehnte zurückgebombt, ganz zu
schweigen von Ghaza, einem großen Ghetto, dem Israel sogar die
Trinkwasserversorgung zerstört. Der Angriff auf Zivilisten, die kollektive
Bestrafung eines Landes und seiner Bewohner, ist nicht nur
völkerrechtswidrig, sondern ist ein Kriegsverbrechen.
Wir sind für das Selbstbestimmungsrecht der Völker einschließlich des
palästinensischen und libanesischen Volkes, was die Verteidigung der
territorialen Integrität und die vollständige Befreiung von fremder
Besatzung beinhaltet. An der Wurzel des Konflikts liegt die Besatzung in
Palästina, im Irak, im Libanon und in Syrien. Frieden ist nur möglich auf
der Basis von Gerechtigkeit, d.h. mit dem Ende der Besatzung. Wir wenden
uns gegen die Komplizenschaft der US-amerikanischen, sowie der
europäischen und auch vieler arabischen Regierungen. Der israelische
Angriffskrieg wird entweder offen unterstützt, oder man findet mahnende
Worte der Mäßigung an alle Seiten niemand findet sich bereit den Libanon
gegen den israelischen Angriffskrieg tatsächlich zu unterstützen, zum
Beispiel durch das Ende von Waffenverkäufen. Tatsächlich sieht man sich
gemeinsam mit Israel im imperialen Krieg der Zivilisationen, wo jeder
niederzuwerfen ist, der nicht dem Willen des Westens folgt. Dabei wird
geflissentlich verschwiegen, dass der Libanon Dank des Widerstands der
Volksmassen relativ demokratisch ist und Ausstrahlungskraft auf die ganze
Region besitzt ganz im Gegensatz zu Israel, das immer als einzige
Demokratie in der Region hochgejubelt wird, die Urbevölkerung aber von
dieser gänzlich ausschließt.
Wir fordern die österreichische Regierung dazu auf, mit der servilen
Unterordnung unter die US-amerikanischen und israelischen Interessen
Schluss zu machen. Selbst innerhalb der EU befindet sich Österreich immer
unter den Duckmausern, die nicht ein Wort der Kritik an der
Unterdrückungspolitik wagen. Dabei ist die große Mehrheit der Österreicher
gegen den Kriegskurs Washingtons. Nicht nur deren demokratischer Wille,
sondern auch die Verfassung, die die Regierung zur Neutralität
verpflichten würde, wird von dieser in den Dreck getreten.
Wir protestieren gegen die unerträgliche Komplizenschaft des
Medienkartells, das vollständig den israelischen Standpunkt übernommen
hat: Der libanesische Volkswiderstand geführt von der Hizbollah wird zur
Terror-Miliz, die israelische Armee übt sich in Selbstverteidigung, wenn
sie Konvois mit Flüchtlingen bombardiert. Der israelische Überfall auf den
Gaza-Streifen beginnt mit der Entführung eines israelischen Soldaten (und
nicht etwa mit der vorangegangenen Ermordung von gewählten
palästinensischen Volksvertretern, oder der Ausrottung einer Familie beim
Strandpicknick) der Terrorkrieg gegen den Libanon beginnt wegen einer
Provokation der Hizbollah (die sich tatsächlich in einem 25-jährigen
Befreiungskrieg gegen die israelische Besatzung die Unterstützung der
Libanesen weit über die schiitische Bevölkerung hinaus erworben hat, ganz
abgesehen vom sozialen Netz, das sie für die Unterschichten zur Verfügung
stellt). Im Übrigen hält Israel mit den Shebaa-Farmen immer noch Teile der
Libanon besetzt.
Weder im Libanon, noch im Gaza-Streifen, geht es um entführte Soldaten.
Es geht um die Aufrechterhaltung einer Weltordnung westlicher Dominanz und
um eine uneingeschränkte israelische Vormachtstellung in der Region. Wir
wenden uns nicht nur gegen den Terror-Krieg, sondern auch gegen seine
ganze Weltordnung aus Ausbeutung, Unterdrückung und Vernichtung.
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