Chronik der Verbrechen 2001
Die USA haben die Entsendung von UN-Beobachtern zum Schutz der Palästinenser vor
israelischen Sicherheitskräften durch ein Veto verhindert. Neun der 15 Mitglieder des
Rates votierten für die Resolution. Frankreich, Großbritannien, Irland und Norwegen
enthielten sich der Stimme. Die Ukraine, die zurzeit die Präsidentschaft des
Sicherheitsrates stellt, nahm nicht an der Abstimmung teil. Arabische und zahlreiche
andere blockfreie Staaten hatten die Entsendung von UN-Beobachtern seit Monaten verlangt.
Nur Verbrecher, die die Aufdeckung ihrer Verbrechen fürchten, lassen UN-Beobachter nicht
zu.
Am 29.3.2001 berichtet die dpa mit Bezug auf den zionistischen Armeesender, daß
offensichtlich zwei israelische Grenzpolizisten einen Palästinenser schwer misshandelt
haben. Die beiden Männer sollen zwei Tage zuvor einen Palästinenser an einer
Straßensperre ausgezogen, mit seinem eigenen Gürtel geschlagen und brennende Zigaretten
auf seiner Haut ausgedrückt haben. Danach steckten sie ihm einen Gewehrlauf in den Mund
und auch versuchten auch, ihn in sein Rektum zu rammen. Das, was der Armeesender
berichtet, ist nur das, was ohnehin nicht mehr zu verheimlichen ist, aber in Wirklichkeit
geschieht vergleichbares jeden Tag und noch viel Schlimmeres!
(Quelle: Neue Luzerner Zeitung 19.4.2001 VON ANDREAS ZUMACH, GENF)
Während die UNO- Menschenrechtskommission Israel wegen seiner Siedlungspolitik klar
verurteilte, kam China ungeschoren davon. Die UNO-Menschenrechtskommission hat Israel
gestern in drei Resolutionen mit zum Teil deutlicher Mehrheit verurteilt. 50 der 53
Kommissionsmitglieder unterstützten einen von der Europäischen Union eingebrachten
Antrag, in dem die israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten als «illegal» und
als «Haupthindernis für den Frieden» kritisiert werden. Israel wird aufgefordert, jeden
weiteren Ausbau oder Neubau von Siedlungen zu unterlassen. Die USA stimmten als einziges
Land gegen diesen Antrag, wie auch (gemeinsam mit Guatemala) gegen einen von Algerien im
Namen der arabischen Staaten vorgelegten Resolutionsentwurf zur Menschenrechtssituation in
den besetzten Gebieten.
Bei dem Beschuss israelischer Panzer auf bewohnte Häuser von Zivilisten ist in der
palästinensischen Stadt Chan Junis im Gazastreifen ein fünf Monate altes Baby durch die
Grantsplitter getötet worden. Zehn weitere Palästinenser wurden bei dem Angriff
verletzt, darunter auch die Mutter des ermordeten Mädchens.
Der israelische Premier soll sich für die Massaker im Libanon vor 20 Jahren
verantworten. Möglich macht das ein einzigartiges belgisches Gesetz. Ein Komitee in
Brüssel wirft Scharon Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mitbeteiligung an den
Massakern vor. Bereits Anfang Juni hatte ein Komitee für Menschenrechte in Brüssel Klage
gegen Scharon eingereicht. Einer der Anwälte, Luc Walleyn, verteidigte die Klage als
erste Möglichkeit für die Opfer, die Massaker juristisch aufarbeiten zu lassen. Das
Komitee setzt sich aus Palästinensern, Libanesen, Marokkanern und Belgiern zusammen.
Einmaliges belgisches Gesetz Das Komitee beruft sich bei der Klage gegen Scharon auf ein
weltweit einmaliges belgisches Gesetz. Danach dürfen belgische Gerichte Kriegsverbrechen,
Völkermord sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit unabhängig von der Nationalität
des Täters ahnden. Erst kürzlich waren hier vier Ruander wegen Völkermordes zu
Haftstrafen von bis zu 20 Jahren verurteilt worden. Auch wenn das Brüsseler Gericht
Anklage gegen Scharon erheben und ihn verurteilen sollte, würde der Premier von einer
Haft vermutlich verschont bleiben. Als Staatsoberhaupt genießt er Immunität.
Bedrückende Zeugenaussage Insgesamt bietet die Anklage die Zeugenaussagen von 28 Personen
auf. Am Montag schilderte eine Frau, wie ihr Vater und ihre Schwester von dreizehn
israelischen Soldaten niedergeschossen wurden. Anschließend sei sie von jedem der
Soldaten vor den Augen ihres Vaters vergewaltigt worden, so die heute 36-Jährige. Ein
libanesischer Militär, der seinerzeit für Israel kämpfte, soll ferner zugegeben haben,
bei dem Überfall an der Tötung mehrerer hundert unbewaffneter Zivilisten beteiligt
gewesen zu sein, berichtete die "Haaretz" am Dienstag. Einer der Anwälte sagte,
die Beweislage sei ausreichend, um die Schuldigen zu verurteilen. Ob die Klage angenommen
wird, will das Gericht demnächst entscheiden. Aufruhr durch Fernsehbericht: Seit Sonntag
sorgt zudem ein BBC-Bericht für Aufregung. Unter dem Titel «The Accused», der
Angeklagte, wird Scharon indirekt für die Massaker von 1982 verantwortlich gemacht.
(Auszüge aus AFP-Berichten)
(Quelle: Neue Luzerner Zeitung Politik 3.9.2001)
Das parallel zur Weltkonferenz gegen Rassismus tagende NGO-Forum wirft Israel
Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Der jüdische Staat begehe «systematisch
rassistische Verbrechen, darunter Kriegsverbrechen sowie Taten mit dem Ziel des
Völkermordes und der ethnischen Säuberung», heißt es im Schlussdokument von 3000
Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Zudem forderten sie ein internationales
Kriegsverbrechertribunal für Israelis und internationale Sanktionen.
(Quelle Netzeitung)
Die UN-Vollversammlung hat die Politik Israels gegenüber den Palästinensern
verurteilt. Die USA und Israel votierten dagegen. In einer Serie von Resolutionen hat
die UN-Vollversammlung die israelische Politik verurteilt. Ähnliche Deklarationen hatte
es auch in den vergangenen Jahren gegeben. Eine direkte Verbindung zu der gegenwärtigen
Zuspitzung wurde nicht hergestellt. Die USA und Israel votierten wie stets dagegen, wurden
von der großen Mehrheit der 189 UN-Mitgliedstaaten überstimmt. ....
Israel ist wegen seiner Angriffe auf die Palästinenser von der
Mehrheit aller Staaten der Welt kritisiert worden. In zwei Resolutionen bekundeten mehr
als 120 der 189 UN-Mitgliedsländer zugleich ihre Unterstützung für die
palästinensische Autonomiebehörde. Unterdessen ist bei Schießereien zwischen Hamas-
Kämpfern und palästinensischer Polizei im Gazastreifen ein 17- Jähriger getötet
worden. Nach Angaben von Ärzten und Augenzeugen wurden 17 Polizisten und Zivilisten bei
dem Schusswechsel verletzt.
Chronik der Verbrechen 2002