Chronik der Verbrechen 2004
UNO kritisiert Häuserzerstörungen
Allein in Rafah wurden in den letzten vier Jahren 1.497 Häuser dem Erdboden
gleich gemacht
Von den Häuserzerstörungen sind mehr als 15.000 Menschen betroffen.
http://derstandard.at/?url=/?id=1826221
(15.10.2004)
Jerusalem - Israel hat sich nach einem Bericht der Vereinten Nationen
massiver Menschenrechtsverletzungen im Gazastreifen und Westjordanland schuldig
gemacht. Dabei werden insbesondere die mutwilligen Zerstörungen von
Wohnhäusern, Straßen und Versorgungseinrichtungen angeprangert, wie aus der
18-seitigen Studie hervorgeht, von der die Nachrichtenagentur AP in Jerusalem am
Donnerstag eine Kopie erhielt. Sie soll noch in diesem Monat der
UNO-Vollversammlung vorgelegt werden.
Der Bericht macht geltend, dass manche Aktionen der Streitkräfte in den
besetzten Gebieten aus Sicherheitsgründen zwar gerechtfertigt sein mögen,
viele andere aber nicht. Zu letzterer Kategorie zählten willkürliche
Zerstörungen von Häusern sowie Straßen und Elektrizitäts-, Wasser- oder
Kanalisationsleitungen. Binnen vier Jahren seien allein in Rafah im Gazastreifen
1.497 Häuser dem Erdboden gleich gemacht worden, wovon mehr als 15.000 Menschen
in Mitleidenschaft gezogen worden seien. ... [weiter]
US-Veto verhindert Ächtung Israels
6.10.2004 - Ein von den arabischen Ländern erarbeitete Resolutionsentwurf
zur Verurteilung der israelischen Offensive im Gaza-Streifen erhielt zwar 11 von
15 möglichen Ja-Stimmen, wurde aber durch das Veto der USA einmal mehr
verhindert. Die arabischen Staaten hatten "die sofortige Einstellung aller
militärischen Operationen im Norden des Gaza-Streifens" verlangt und den
"Abzug aller Besatzungstruppen aus den Palästinensergebieten".
Der amerikanische Uno-Botschafter John Danforth verteidigte das Veto seiner
Regierung mit der Unausgewogenheit des arabischen Resolutionsentwurfes.
"Wenn sich alle Welt gegen Israel verschwört, hilft das dem
Friedensprozess nicht", sagte Danforth. Deutschland, Großbritannien und
Rumänien enthielten sich der Stimme. Der deutsche Uno-Botschafter Gunter
Pleuger begründete das "Unentschieden" der Bundesregierung mit dem
Recht jedes Landes - und damit auch Israels - auf Selbstverteidigung. Ähnlich
erklärte der britische Uno-Botschafter und derzeitige Ratspräsident, Sir Emyr
Jones Parry, die Stimmenthaltung seiner Regierung.
Die Amerikaner haben mit ihrem Veto seit 1976 nunmehr 29 Resolutionen gegen
Israel scheitern lassen. Dieses Verhalten untergrabe die Autorität des
Weltsicherheitsrates und der Vereinten Nationen in ihren Bemühungen, sich gegen
"die Zerstörung des Lebens und der Zukunft der Palästinenser"
auszusprechen, sagte der Uno-Vertreter der Palästinenser, Nassir al-Kidwa, nach
der Abstimmung.
UN-Vollversammlung fordert Abriss der Mauer
21.7.2004. Die Vollversammlung der Uno hat den Abriss des israelischen
Sperrwalls innerhalb des Palästinensergebietes gefordert. 150 Staaten stimmten
für eine entsprechende Resolution, sechs waren dagegen. Israels Botschafter
kündigte an, sein Land werde die Mauer auch weiterhin auf fremden Boden bauen.
Neben den USA und Israel stimmten Australien, die Marshallinseln, Mikronesien
und Palau gegen die Resolution. Zehn Staaten enthielten sich: El Salvador,
Kamerun, Kanada, Nauru, Papua-Neuguinea, die Salomonen, Tonga, Uganda, Uruguay
und Vanuatu.
IGH verurteilt israelischen Sperrwall
Netzeitung
9.7.2004
Der Internationale Gerichtshof hat den israelischen Grenzzaun verurteilt und
seinen Abbau gefordert. Der Bau verstößt demnach gegen das Völkerrecht. Der
Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat festgestellt, dass der
israelische Grenzzaun gegen internationales Recht verstößt. Das Urteil wurde
am Freitag bereits vor der offiziellen Bekanntmachung auf einer
palästinensischen Website veröffentlicht.
Zuvor hatte die israelische Zeitung "Ha'aretz" berichtet, die
Richter verlangten, dass ein Teil der Anlage wieder abgebaut wird und die für
den Bau des Zaunes enteigneten Palästinenser Entschädigungen erhalten. Demnach
erkennt das Gericht die von Israel für den Bau angeführten
Sicherheitsargumente nicht an. 14 Richter würden diese Auffassung vertreten,
nur der Amerikaner Thomas Buerghenthal stelle sich dagegen, hieß es..... Dem
Bericht zufolge haben allerdings der amerikanische und der niederländische
Richter einen Zusatz verhindert, in dem alle Länder aufgerufen werden sollten,
gegen das Projekt vorzugehen.
Der vollständige Artikel ist einsehbar unter:
http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/294989.html
Siehe auch: Das
Urteil des Internationalen Gerichtshofes zur Mauer im Wortlaut (Englisch)
Kommentar des Muslim-Markt: Da haben also 14
von 15 Richter - wie nicht zu erwarten war - darüber entschieden, dass kein
Land dieser Erde irgendwelche Mauern auf einem Gebiet errichten kann, das ihm
nicht gehört! Dafür haben sie mehrere Monate gebraucht und viele viele
Steuergelder verpulvert! Durch die Anhörung Israels wurde der Eindruck erweckt,
als wenn es doch irgendwelche Argumente geben könnte, dass ein Staat einfach
fremdes Land annektiert und dort enteignet und vertreibt und herumbaut! Dennoch
fiel das Ergebnis all zu klar aus: 14 von 15 Richtern waren dafür, dass auch
Israel das Völkerrecht einzuhalten hat, und das bei einem Fall, bei dem jeder
einfache Jurastudent die Sachlage hätte erkennen können, selbst wenn er sein
Studium noch gar nicht begonnen hätte! Aber Achtung: 14 von 15 bedeutet, dass
ein Richter dagegen war. Wer war das?
Professor Thomas Buergenthal ist ein Amerikaner, der
als Überlebender von Auschwitz und Sachsenhausen bezeichnet wird und im
Internet ist u.a. seine Schrift mit dem Titel: "The SHOAH IN THE NEW
CENTURY" nachzulesen unter:
http://www.paideia-eu.org/The%20SHOAH%20IN%20THE%20NEW%20CENTURY.doc
In jedem "normalen" Verfahren eines
halbwegs rechtstaatlichen Systems wäre solch ein Richter wegen Befangenheit
nicht zugelassen worden! Nicht so bei einem der höchsten Weltgerichte, wenn es
um Israel geht! Jener Richter hat zwar das Urteil nicht verhindern können, aber
nach den vorliegenden Meldungen konnte er einen Zusatz zum Urteil verhindern,
"in dem alle Länder aufgerufen werden sollten, gegen das Projekt
vorzugehen." Israel wird also verurteilt, einmal mehr ein
Völkerrechtsverbrechen zu begehen, aber niemand soll etwas dagegen unternehmen!
Und wenn einmal mehr die Muslime in aller Welt aufstehen und laut ausrufen, dass
sie solch ein Völkerrecht, dass immer nur Israels Verbrechen schützt,
ablehnen, dann stehen nicht mehr die Israelis am Pranger sondern die Muslime!
Aber daran haben wir uns ja - Gott sei Dank - schon gewöhnt. Wenn aber die
westliche Welt glaubt mit solch einer Vorgehensweise, bei der letztendliche
jedes Völkerrechtsverbrechen gegen Muslime ungestraft bleibt, zum Frieden in
der Welt beizutragen, dann wird sie mitverantwortlich für so viel
bevorstehendes Leid und so viele bevorstehende Verbrechen!! Im Gegensatz zum 2.
Weltkrieg kann aber heute niemand behaupten, er hätte nicht gewusst, dass er
auf der Seite der Verbrecher steht, wenn er sich nicht zuallermindest im Herzen
davon distanziert!
Israelische Truppen stürmen UNO-Büro im Westjordanland
23.5.2004 - Der Standard
UNWRA-Projektleiter bedroht und mehrere Stunden festgehalten
Jerusalem - Israelische Soldaten haben nach UNO-Angaben ein Büro des
Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) gestürmt und einen
Mitarbeiter für mehrere Stunden festgehalten. Wie das UNRWA am Sonntag
mitteilte, fand der Zwischenfall in Jenin im Westjordanland bereits am
Donnerstag statt. Die Soldaten hätten einen Schuss in Richtung von
Projektleiter Paul Wolstenholme abgegeben und ihn anschließend gefesselt und
bedroht. Erst nach drei Stunden sei Wolstenholme wieder freigekommen.
Bereits im November 2002 drangen israelische Truppen nach UNRWA-Angaben
gewaltsam in das Büro in Jenin ein. Während eines Feuergefechts in dem
Flüchtlingslager wurde der damalige Projektleiter Iain Hook erschossen. (APA)
Ende der Häuserzerstörungen gefordert / USA verzichten auf Veto
Bei einer Abstimmung im UN- Sicherheitsrat in New York verzichtete der
US-Vertreter auf ein Veto und ließ eine Resolution passieren, die Israel zu
einem Ende der Häuserzerstörungen im Gazastreifen auffordert und die Tötung
von Zivilisten verurteilt.
Für den Entwurf stimmten 14 der 15 Mitglieder, die USA enthielten sich.
Bislang hatten sie Resolutionen zur Verurteilung Israels meist mit ihrem Veto
verhindert. In einer offiziellen Stellungnahme kritisierte das Weiße Haus
Israels Vorgehen im Gazastreifen mit ungewöhnlich scharfen Worten.
In der völkerrechtlich verbindlichen Resolution wird Israel aufgefordert,
auf "widerrechtliche Zerstörungen von Wohnhäusern" im Gazastreifen
zu verzichten. Das Gremium äußerte seine "ernste Besorgnis über die
humanitäre Lage der Palästinenser, die im Gebiet Rafah obdachlos gemacht
wurden". Zudem verurteilte es "die Tötung palästinensischer
Zivilisten in Rafah".
Donnerstag 15. April 2004, 18:48 Uhr yahooo news
Genf (AP) Die UN-Menschenrechtskommission hat Israel am Donnerstag mehrfach
wegen seines Vorgehens gegen Palästinenser und der Besetzung der Golan- Höhen
verurteilt. Die Resolution zum Vorgehen in den palästinensischen Gebieten wurde
am Donnerstag mit 31 zu 7 Stimmen angenommen. Sie verwies auf gezielte Tötungen
mutmasslicher Extremisten, Bombardierungen ziviler Ziele, Abriegelungen,
Zerstörungen von Häusern und Agrarland sowie die neue Sperranlage zum
Westjordanland.
Die Resolution wurde von der Organisation der Islamischen Konferenz, einem
Zusammenschluss islamischer Länder, sowie Kuba und Simbabwe eingebracht.
Deutschland, die Niederlande, Grossbritannien, Italien, Ungarn, Australien und
die USA stimmten gegen den Antrag.
Israel kritisierte die Resolution scharf. Sie sei "von der Realität
losgelöst", sagte der israelische Botschafter Jaakov Levi. Es gebe in der
Resolution keinen Appell an palästinensische Behörden, gegen Terroristen
vorzugehen. "Diejenigen, die am Frieden wirklich interessiert sind, sollten
ihre Forderungen an beide Seiten richten", sagte Levi.
Die Europäische Union brachte ihre eigene Resolution mit 27 zu 2 Stimmen
durch die Kommission. Darin wurden jüdische Siedlungen im Westjordanland
kritisiert. Eine weitere Resolution islamischer Staaten zur Besetzung der
syrischen Golan-Höhen wurde mit einer Mehrheit von 31 Stimmen angenommen. Dabei
enthielten sich vor allem die europäischen Länder.
Staaten, die von der UN-Menschenrechtsorganisation gerügt werden, haben
keine Konsequenzen zu befürchten. Die meisten Länder versuchen jedoch, eine
Verurteilung zu verhindern. Die meisten der 53 Mitglieder der Kommission sind
Entwicklungsländer.
http://www.ebund.ch/artikel_11404.html
Jean Ziegler, UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, hat vor der
UNO-Menschenrechtskommission in Genf die "katastrophale humanitäre
Lage" in den Palästinensergebieten angeprangert. [eBund 29.03.2004, 19:51]
sda. Der frühere Schweizer SP-Nationalrat legte der Kommission seinen
Bericht zur Ernährungslage vor und rapportierte gleichzeitig über seine
Besuche in Israel und den palästinensischen Gebieten.
Er verstehe die Sicherheitsbedürfnisse Israels, führte Ziegler aus. Doch
die Unterernährung, die eine Folge der israelischen Besetzung sei, sei eine
kollektive Bestrafung, wie sie von den Genfer Konventionen verboten sei, so
Ziegler vor der Menschenrechtskommission.
70 Prozent der palästinensischen Bevölkerung hänge von internationaler
Hilfe ab, 61 Prozent der Haushalte hätten nur eine Mahlzeit pro Tag und 15,6
Prozent der Kinder in den palästinensischen Gebieten würden unter Blutarmut
leiden, sagte Ziegler.
"Diese "humanitäre Katastrophe" sei die Folge der
israelischen Abriegelungsmassnahmen, der Beschlagnahmung von Boden und der
Umleitung von Wasser durch Israel, führte Ziegler aus.
Der israelische Botschafter bei der UNO in Genf, Yakoov Levy, warf Ziegler in
einer Reaktion vor, parteiisch zu sein. Ziegler überschreite sein Mandat, er
habe nicht die erforderlichen Qualifikationen, sagte Levy. Der
UNO-Menschenrechtskommissar ad interim, Bertrand Ramcharan, stellte sich vor
Ziegler und forderte die Teilnehmenden auf, auf persönliche Angriffe zu
verzichten.
EU fordert von Israel Achtung der Grenzen
Der Standard 27/28.3.2004
Außenpolitische Themen dominierten den EU-Gipfel: Israel wurde in
ungewöhnlich harschem Ton aufgefordert, die Grenzen von 1967 zu akzeptieren
Von Alexandra Föderl-Schmid und Jörg Wojahn
Brüssel - Die Agenda der außenpolitischen Problemfelder war lang, mit der
sich die Außenminister und die Staats-und Regierungschefs auf dem Brüsseler
EU-Gipfel am Freitag beschäftigten. Die Europäische Union forderte Israel auf,
keine Änderungen der Grenzen Israels von 1967 vorzunehmen, etwa durch den Bau
einer israelischen Sperranlage auf palästinensischem Gebiet. "Die
Europäische Union wird keinerlei Änderung der vor 1967 geltenden Grenzführung
anerkennen, die nicht durch ein Abkommen zwischen den Parteien geregelt
wird", heißt es in den Schlussfolgerungen des Gipfels.
Die Staats- und Regierungschefs forderten "eine Abkehr von der
Errichtung des so genannten Sicherheitszauns auf palästinensischem
Gebiet". Israel wird an den Rückzug aus dem Gazastreifen im Rahmen des
internationalen Friedensplans erinnert und aufgefordert, zur darin vorgesehen
Zwei-Staaten- Lösung beizutragen.
Tötung verurteilt
Die Erklärung verurteilt auch erneut die "außergerichtliche
Tötung" des Gründers der palästinensischen Extremisten-Gruppe Hamas,
Scheich Yassin, durch Israel vergangenen Montag. Zugleich wird die
Palästinenser-Regierung aufgefordert, den Terrorismus zu bekämpfen und für
Sicherheit in ihren Gebieten zu sorgen.
UNO warf Israel Behinderung von Hilfe für den
Gaza-Streifen vor
Fast alle Fahrzeuge würden bei Grenzübergängen gestoppt
Der Standard 26. März 2004 22:36
MEZ
New York - Die Vereinten Nationen haben Israel vorgeworfen, Hilfsmaßnahmen
für die Menschen im Gaza-Streifen massiv zu blockieren. In den vergangenen drei
Wochen habe Israel "fast alle" Fahrzeuge von UNO und anderen
Hilfsorganisationen am Grenzübergang Eres zwischen Israel und dem Gaza-
Streifen gestoppt, teilte die UNO am Freitag in New York mit.
Auch Nahrungsmittelhilfe am Grenzübergang von Karni sei aufgehalten worden.
Derartige Einschränkungen der humanitären Hilfe für die Palästinenser im
Gaza-Streifen sei "inakzeptabel". Dadurch würden UN-Organisationen
zur Reduzierung oder Beendigung ihrer Hilfsmaßnahmen gezwungen.
Die UNO forderte die israelische Regierung auf, Hilfsorganisationen wieder
sofortigen Zugang in das Autonomiegebiet zu verschaffen. Zugleich zeigte die
Weltorganisation in der Erklärung Verständnis für die Sicherheitsbelange
Israels.
UN-Vertreter hätten bei der israelischen Regierung jedoch ohne Erfolg über
ein Ende der Blockademaßnahmen interveniert. UN-Organisationen sind für mehr
als die Hälfte der sozialen Grundbedürfnisse im Gaza-Sstreifen verantwortlich
und versorgen mehrere hunderttausend Menschen mit Nahrung. (APA)
UNO: US-Veto gegen Jassin-Resolution
ORF.at
26.3.2004
Nach drei Tagen erfolgloser Verhandlungen haben die USA ihr Veto gegen eine
UNO-Resolution eingelegt, die die gezielte Tötung des Hamas-Anführers Scheich
Ahmed Jassin durch Israel verurteilen sollte. Die Resolution sei "einseitig
und unausgewogen", sagte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen,
John Negroponte, gestern in New York.
Die USA blockierten die Resolution, weil die extremistische Palästinenser-
Organisation Hamas darin nicht für ihre Selbstmordanschläge verurteilt werden
sollte. Deutschland, Großbritannien und Rumänien enthielten sich der Stimme.
Elf Länder, darunter Russland, China und Frankreich, votierten für die von
arabischen Ländern eingebrachten Resolution.
"Zutiefst beunruhigt"
Negroponte fügte hinzu, gleichwohl seien die Vereinigten Staaten
"zutiefst beunruhigt" über die Tötung Jassins, die die Spannungen in
der Region verstärkt habe. Außerdem drohe den Bemühungen der USA um Frieden
in der Region dadurch ein Rückschlag.
Die Ereignisse müssten jedoch "im Kontext betrachtet" werden. Der
französische UNO-Botschafter Jean-Marc de la Sablière, der für den Entwurf
stimmte, sagte dagegen, die Resolution enthalte "eine starke und klare
Botschaft an die Konfliktparteien".
"Falsche Botschaft"
Der algerische UNO-Botschafter Abdallah Baali, der die Resolution eingebracht
hatte, nannte das US-Veto "die falsche Botschaft" an die Welt.
"Als wenn der Sicherheitsrat in der komplizierten Lage im Nahen Osten stets
zum Scheitern verurteilt ist, hat er nun ein für alle Mal den Schluss gezogen,
in der fürchterlichen Tragödie keinerlei Mitsprache zu haben", sagte
Baali.
24. März 2004 - Der Standard
EU-Mitglieder enthielten sich der Stimme - Israelischer Botschafter: Erste
UN-Stitzung zur Glorifizierung eines Terroristenführers
Genf - Die UNO-Menschenrechtskonferenz hat mit großer Mehrheit die gezielten
Tötungen Israels wie im Fall von Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin
verurteilt. Für einen entsprechenden Antrag Pakistans stimmten am Mittwoch in
Genf 31 der 53 Mitgliedsländer. Die USA und Australien stimmten dagegen. Die im
Gremium vertretenen Mitglieder der Europäischen Union, darunter Österreich,
enthielten sich der Stimme.
Die übergroße Mehrheit der Mitgliedsländer in der Menschenrechtskommission
sieht in Liquidierungen eine Verletzung der Menschenrechte sowie einen Bruch der
Genfer Abkommen und des humanitären Völkerrechts. Viele Redner forderten
Israel und die Palästinenser auf, den Zirkel der Gewalt zu stoppen, das
Blutvergießen zu beenden und zu Dialog und Verhandlungen zurückzukehren.
Während der kontroversen Debatte warfen vor allem die arabischen und
islamischen Länder Israel vor, Staatsterrorismus zu betreiben. Der israelische
Botschafter Yaakov Levy sagte, dass es sich bei Hamas-Gründer Yassin nicht um
einen unschuldigen religiösen Führer gehandelt habe, sondern um den
Auftraggeber für Dutzende von Selbstmordanschlägen gegen israelische
Zivilisten. Erstmals in der Geschichte der Vereinten Nationen werde eine Sitzung
zur Glorifizierung eines Terroristenführers abgehalten, sagte Levy.
Der palästinensische Botschafter sagte, Israel sei bereits mehrmals von der
MRK für seine Menschenrechtsverletzungen verurteilt und aufgefordert worden,
die außergesetzlichen Hinrichtungen zu stoppen. Israel kümmere sich aber nicht
darum. (APA/dpa/sda)