Chronik der Verbrechen
Die sogenannte Balfour-Deklaration ist ein historisches Dokument, welches Belegt, dass
ein zionistischer Außenminister in England (Lord Balfour) die Enteignung Palästinensischen
Bodens vorbereitet hat, sein Brief ging an einen der Führer der
zionistischen Bewegung.:
Verehrter Lord Rothschild, ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung
Seiner Majestät die folgende
Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu
können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:
,,Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen
Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung
dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die
bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in
Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in
Frage stellen könnten. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis
der Zionistischen Weltorganisation bringen würden."
Ihr ergebender
Arthur Balfour
Die Vereinten Nationen schufen im Mai 1947 das "UN Special Committee on
Palestine" (UNSCOP), welches Palästina bereiste und alsdann einen sog. Mehrheitsplan
für die Teilung des Landes und einen Minderheitsplan für einen föderativen Staat
vorlegte. Der Mehrheitsplan teilte Palästina in einen jüdischen Staat, einen arabischen
Staat und eine internationale Zone von Jerusalem unter UN-Aufsicht auf, der
Minderheitsplan wollte in Palästina einen föderativen Staat der jüdischen und der
arabischen Gemeinschaft mit der Hauptstadt Jerusalem schaffen. Die Juden waren trotz
Vorbehalten mit dem Mehrheitsplan einverstanden; die Araber lehnten beide Vorschläge der
UNSCOP ausdrücklich ab, weil der Mehrheitsplan nach ihrer Ansicht die territoriale
Integrität Palästinas zerstörte und auch der Minderheitsplan in verdeckter Form zu
einer Teilung führen werde. Statt dessen schlugen die arabischen Delegationen ein
säkulares, demokratisches Staatswesen in Palästina vor, das die Rechte und Bedürfnisse
aller Menschen und Minoritäten respektiert.
Am 23. September 1947 schuf die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGV) ein
ad-hoc-Komitee, das die beiden alternativen Pläne der UNSCOP beraten sollte. Zunächst
entschieden sich die Mitglieder gegen den Vorschlag, das Palästinaproblem dem
Internationalen Gerichtshof zu übergeben. Danach diskutierten die Delegierten die
wichtige Frage, ob die Vereinten Nationen überhaupt berechtigt seien, das
Palästinaproblem zu behandeln. 21 Delegierte bejahten diese Frage, 20 verneinten sie und
13 enthielten sich der Stimme. Der Vorschlag, einen unabhängigen demokratischen Staat in
Palästina zu errichten, wurde abgelehnt. Schließlich sprach sich die ad-hoc-Kommission
mit 25 gegen 13 Stimmen bei 17 Enthaltungen für den Teilungsplan aus. Zwei Staaten
sollten in Palästina entstehen, die politisch unabhängig sein, wirtschaftlich aber
miteinander in Verbindung stehen sollten ("economic union").
Männer des arabischen Dorfs Yehida (in der nähe von Petah Tekva, die erste
jüdische Siedlung) trafen sich an einem Cafehaus. Als sie eine britische Patrouille das Dorf betreten sahen, waren
dann beruhigt, da es am vorherigen Tag einen Massaker, in dem 12 Araber starben, gab. Plötzlich stoppten die 4 Autos der Patrouille gegenüber vom
Cafe Haus, Männer mit Uniformen stiegen aus den Autos raus und fingen an, auf die Leute mit Maschinengewehren und
Granaten zu schießen. Mehr als 7 Araber sind gestorben. Am selben Tag gab es andere 6 Tote und 23 Verletzte bei
einer Bombe am Damaskus Tor in Jerusalem und in Jaffa gab es noch eine Bombe, die 6 Menschen tötete und 40 verletzte.
Am 29. November 1947 entschied die Generalversammlung, Palästina in einen jüdischen
und einen arabischen Staat zu teilen. Mit Ausnahme der von den USA abhängigen Länder
sprach sich kein Staat der Dritten Welt für die Teilung Palästinas aus. Großbritannien
enthielt sich der Stimme; die anderen Großmächte einschließlich der Sowjetunion
unterstützten den Teilungsplan. Die Zionisten begrüßten dieses
Abstimmungsergebnis. Die Araber lehnten den Entscheid der UNO ab und kündigten ihren
Widerstand gegen den ungewollten und ungerechtfertigten Verlust Palästinas an. So
versuchten die europäischen Staaten, sich eines gemeinsamen Problems, dessen
Urheberschaft sie nicht verleugnen konnten, zu dessen Lösung sie aber nicht in der Lage
waren, auf Kosten eines nun gänzlich unbeteiligten Volkes zu entledigen.
Die Entscheidung über die Teilung Palästinas fiel, ohne dass man zuvor das
palästinensische Volk als Hauptbetroffenen befragt hätte. Der Vorschlag, in Palästina
ein Referendum zu veranstalten, wurde von der UNO abgelehnt. Dabei wussten die
Repräsentanten der Vereinten Nationen, dass sie gegen die Interessen des
palästinensischen Volkes verstießen.
Doch die Problematik der Teilung Palästinas durch die Vereinten Nationen reicht noch
tiefer und berührt die Frage nach der Legitimation der UNO, eine solche Entscheidung
überhaupt treffen zu dürfen. Wie unsicher selbst die UN-Vertreter in bezug auf diesen
Streitpunkt waren, zeigte die äußerst knappe Abstimmung der ad-hoc-Kommission vom 24.
November 1947. Von 57 Stimmberechtigten waren nur 21 überzeugt, dass die Vereinten
Nationen das Recht zu einer solchen Entscheidung hätten, 36 waren davon nicht überzeugt.
In einer ausführlichen Studie fasste das Subkomitee 2 der UNSCOP lediglich den aktuellen
Stand des Völkerrechts zusammen, "dass die Vereinten Nationen nicht die Macht haben,
einen neuen Staat zu schaffen. Solch eine Entscheidung kann nur durch den freien Willen
des Volkes des in Frage stehenden Landes selbst getroffen werden. Diese Bedingung ist im
Falle des Mehrheitsvorschlages nicht erfüllt, da er die Errichtung eines jüdischen
Staates in völliger Missachtung der Wünsche und Interessen der Araber von Palästina
involviert." Resolutionen der UN-Generalversammlung können lediglich Empfehlungen
aussprechen, aber keine Gesetze oder Staaten schaffen. Der Bericht weist darauf hin, dass
die Vereinten Nationen bei ihren Entscheidungen an ihre Charta gebunden sind, in deren
Artikel 1 es ausdrücklich heißt, dass das "Prinzip gleicher Rechte und das
Selbstbestimmungsrecht der Völker" respektiert werden müssen. Der Teilungsbeschluss
verstoße eindeutig gegen beide Rechtsprinzipien der Charta.
Des weiteren setzte sich das Subkomitee 2 mit den präzisen Bestimmungen des britischen
Mandats auseinander. Es stellte fest, dass der Völkerbund gemäß Art. 22 seiner Satzung
Palästina die Unabhängigkeit zu geben habe und dass Großbritannien als Mandatsträger
das palästinensische Volk lediglich auf seine Souveränität vorbereiten sollte. Der
Report betont, dass "die Umwandlung Palästinas in einen unabhängigen Staat der
logische Kulminationspunkt der Zielsetzung des Mandats und der Plan für die Entwicklung
nicht-selbstregierender Länder" ist. Artikel 28 des Mandatsvertrags weist darauf
hin, dass nach Beendigung des Mandats die Regierungsgewalt der Regierung von Palästina
überantwortet wird. "Das Ziel des Mandats (...) war, dem palästinensischen Volk
administrativen Rat und Hilfe zu erweisen, bis es fähig sein würde, allein zu regieren.
Es war weder davon die Rede (dem palästinensischen Volk) irgendwelche Bedingungen
aufzuerlegen, wenn es fähig sein würde, allein zu regieren, noch ihm einen Teil seines
Landes wegzunehmen."
Schließlich untersuchte das Komitee auch den Teilungsplan, der von den Vereinten Nationen
angenommen wurde. Allein die Betrachtung der rein "statistischen" Elemente
dieses Planes zeigt, inwieweit er die zukünftigen Auseinandersetzungen geradezu
provozieren musste, Dem "arabischen Staat" wurde ein Gebiet von 11600 qkm
zugestanden, was 42,88% der palästinensischen Gesamtfläche entsprach. Der
"jüdische Staat" umfasste 15100 qkm oder 56,47% der totalen Fläche
Palästinas. 176 qkm waren der internationalen Zone von Jerusalem vorbehalten, in der 150
540 Araber und 99 960 Juden wohnten. Im "arabischen Staat" gab es vor der
Teilung 740 010 Araber und 9 520 Juden; im "jüdischen Staat" lebten laut UNSCOP
499 020 Juden und 509 780 Araber. Die Juden, die bis zur Teilung Palästinas nur 5,67% des
Bodens erworben hatten, kamen mit Hilfe der Teilungs-Resolution der Vereinten Nationen in
den Besitz von 56,47% des gesamten palästinensischen Landes.
5 arabische Kinder wurden von einem jüdischem Terrorist ermordet, der das Hause von dem Bürgermeister eines Dorfes sprengte.
Rund 200 Zionisten schlichen sich in der Nacht bewaffnet mit Handgranaten und Maschinengewehren in das Dorf Al Sheikh (5 km Südost von Haifa). Die
Angreifer kamen über die Südhügeln warfen erst die Handgranaten auf die Häuser und anschließend feuerten sie
auf die unbewaffneten Einwohner und töteten dabei 40 Menschen meistens Frauen und Kinder.
In der Nacht von 15.02.1948 sprengten die Zionisten 20 dicht bewohnte Häuser mit vielen Frauen und Kindern im Dorf Sa'sa in
Galileia.
Die militanten Gruppen Irgun und Stern, erobern das palästinensische Dorf Deir
Yassin, ein idyllisches Dorf auf den Hügeln von Alquds (Jerusalem) dem Heim von 750 Palästinensern.
Mitglieder von Stern und Irgun, unter der Führung von Menahem Begin (später Primärminister von Israel),
die die offizielle Führung Chaim Weizmanns
nicht anerkennen, griffen das Dorf an und massakrieren 250 Männer, Frauen und Kindern. Das Dorf wurde
völlig zerstört, die Bewohner vertrieben und verstreut. Mehr als fünfzig Weisenkinder wurden an die Außenmauer der
Altstadt von Jerusalem gelassen. Das Massaker von Deir Yassin ist eines der
brutalsten Übergriffen der Zionisten am Anfang der Besatzung. Mehr als 750.000 Palästinenser wurden
über die Jahre enteignet und vertrieben.
Die Truppe von Lehi und Irgon verkleideten sich als arabische Kämpfer und gingen in das Dorf hinein. Als die Einwohner die Soldaten sahen, wollten
sie begrüßen. Diese öffneten das Feuer und töteten die Mengen. Nur 40 Menschen haben den Fall überlebt. Danach wurden
alle Häuser des Dorfes zerstört.
Am 14.05.1948 töteten die Zionisten 50 Palästinenser in einem Massaker in
dem Ort Abu Schuscha.
Nach einigen Fehlversuche das Dorf zu besetzen, mobilisierten die Zionisten eine große Truppe, die das Dorf
umzingelte. Die Bewohner des Dorfes haben sich ergeben und ließen zuerst Frauen und
fliehen. Als diese in den Händen der zionistischen Armee fielen, wurden sie alle massakriert.
In der Nacht zum 23.05.1948 töteten israelische Soldaten 200 palästinensische Zivilisten in dem Ort
Tantura, etwa 30 km südlich von Haifa, die sie Gruppenweise erschießen. Dieses Massaker
wurde erst nach 52 Jahren im Jahr 2000 der Weltöffentlichkeit bekannt.
Nach dem das israelische Bataillon 89, geführt von Moshe Dayan, das Dorf Lydda besetzt
hat, sprachen sie zu den Arabern durch Lautsprecher, dass jedem, der in die Moschee geht,
nichts passieren wird. Danach sind Israelische Soldaten in die Moschee
eingedrungen und massakrierten ca. 80 Palästinenser. Sie ließen die Leichen 10 Tage lang mitten in der Sommerhitze
liegen. (Die Moschee ist bis heute verlassen). Die Nachricht vom Massaker breitete Angst und Panik
unter der Bevölkerung von Lydda und Ramle. Der Brigadekommandant Yetzak Rabin
sagte: Wir müssten Gewalt anwenden, damit die Leute zum nächsten Ort (15 Meilen) marschieren. 60,000 Einwohner wurden zu Flüchtlingslagern in der nähe von Ramalla gebracht. 350 von
ihnen starben auf dem Weg. Mansche haben ihr eigenes Urin getrunken, um zu überleben,
da ihnen kein Wasser gegeben wurde.
Zionisten ermorden UN-Vermittler (17.9.1948)
In seinen Resolutionen 57 u. Res 59 vom 18. Sept. und 19. Okt. 1948)
werden die Zionisten verurteilt wegen der Ermordung von Graf Folke Bernadotte. Während
des Besatzungskrieges der Zionisten rief der UN-Sicherheitsrat zur Waffenruhe auf. Graf Folke Bernadotte, der
Präsident des schwedischen Roten Kreuzes, wurde zum UN Vermittler ernannt. Seine Hauptaufgabe war die Ausarbeitung eines Planes, der ein friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern
gewährleisten sollte. Bernadotte wurde am 17. September 1948 von Mitgliedern der radikalen Untergrundbewegung Lechi ermordet.
Lechi (Lochamei Cherut Israel - Kämpfer für die Freiheit Israels) war eine
Terrororganisation der Zionisten, die 1939 gegründet und 1948 aufgelöst wurde.
Dies ist das Zeugnis eines Soldaten, der an der Besetzung des Dorfes Dawayma (im Kreis von
Haifa) teilnahm: Sie töteten zwischen 80 und 100 Männer, Frauen und Kinder. Die Kinder
wurden mit Holzschläger auf den Kopf getötet. Es gab kein einziges Haus ohne
Leichen. Ein Kommandeur befahl seinen Soldaten, zwei Frauen in ein Haus zu bringen, das danach gesprengt
wurde. Ein anderer Soldat war darauf stolz, eine arabische Frau vergewaltigt und danach in den Kopf geschossen zu haben. Der Massaker wurde
von 89. Bataillon (die Urheber des Lydda Massakers) vorbereitet und ausgeführt.
Israelische Soldaten haben während eines Waffenstillstandes das Haus des Bürgermeisters und seine Nachbarhäuser gesprengt, dabei starben 10 Menschen
(2 ältere Männer, 3 Frauen und 5 Kinder) und 8 wurden verletzt.
Kibya-Massaker (14.10.1953)
Um 21:30 Uhr attackierten 700 israelische Soldaten das Dorf Kibya an der jordanischen Grenze, Nordwest Jerusalem. Mit Minenwerfern,
Maschinengewehren und Sprengstoff zerstörten sie 42 Häuser, die Schule und die Moschee des Dorfes. Männer, Frauen und Kinder
wurden kaltblütig getötet. 75 unschuldige Dorfbewohner starben. Die Truppe war
organisiert von Ariel Sharon.
Um 16 Uhr begann die israelische Grenzwache ihre Patroullie durch die Dreieckdörfer
(Almuthallath). Sie sagten dem Bürgermeister der Dörfer, dass die
Ausgangssperre von 18 auf 17 Uhr geändert worden sei. Die Bürgermeister protestierten,
da nicht genug Zeit blieb, die rund 400 Arbeiter rechtzeitig zu benachrichtigen, da diese
außerhalb der Dörfer arbeiteten. Der israelische Offizier versicherte den Bürgermeistern, dass sie sich darum kümmern
würden. Danach warteten sie an den Toren der Dörfer bis die Arbeiter zurückkamen und töteten kaltblütig 48
Männer, Frauen und Kinder
Israelische Streitkräfte griffen das Dorf an, zerstörten 125 Häuser, die Dorfklinik und die Schule und
weitere 15 Häuser in Nachbardörfern.18 Menschen wurden getötet und 54 verletzt.
Israelische Soldaten ließen ägyptische Gefangene eine Grube ausheben und erschossen
sie dann. Auf diese Weise wurden ungefähr 1000 Gefangene ermordet. Zeuge dieses
Kriegsverbrechens war ein NSA-Abhörschiff, das daraufhin israelische Flugzeuge und
Schiffe angriffen. Dabei wurden etliche US-Seeleute getötet und viele verletzt.
Verantwortlicher Militär für das Gebiet, in dem sich diese Vorfälle ereigneten, war -
Ariel Scharon. (James Bamford, NSA, Die Anatomie des mächtigsten
Geheimdienstes der Welt, C. Bertelsmann, 2001)
Die sieht das anders. Seit Anfang Juli 2001 führt die Brüsseler
Staatsanwaltschaft Vorermittlungen gegen den israelischen Ministerpräsidenten Sharon
wegen des Verdachts der Beteiligung an Kriegsverbrechen. Es geht um die Massaker in den
palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila im Libanon, bei denen 800
Palästinenser von libanesisch-christlichen Milizen unter den Augen der israelischen Armee
niedergemetzelt worden waren. Eine von Israel 1983 eingesetzte Untersuchungskommission
hatte dem damaligen Verteidigungsminister Scharon eine "indirekte Verantwortung"
für die Massaker bescheinigt. Scharon könnte in Belgien noch eine weitere Klage drohen.
Denn in dem Anfang 2001 veröffentlichten Buch "NSA - Die Anatomie des
mächtigsten Geheimdienstes der Welt" weist der US-Journalist James Bamford
Scharon indirekt die Mitverantwortung für Kriegsverbrechen während des
Sechs-Tage-Krieges zu. So schildert der Autor unter Berufung auf den israelischen
Historiker Aryeh Yitzhaki ein Massaker an rund 400 ägyptischen Kriegsgefangenen am Rande
der Wüstenstadt Al Arish auf dem Sinai am 8. Juni 1967. Scharon, damals einer der
Befehlshaber, habe das Gebiet von Al Arish besetzt gehalten, als sich der Massenmord
ereignete, schreibt Bamford und zitiert Yitzhaki: "Die gesamte Armeeführung ... und
die Generäle wussten davon." Anlass für Bamford, in seinem Buch auf die Vorgänge
einzugehen, ist die Versenkung des Aufklärungsschiffes "U.S.S. Liberty" durch
die israelische Armee nur wenige Stunden nach dem Massaker. Die "Liberty" lag an
jenem Junitag vor der Küste des Sinai. Die Versenkung des Schiffes wird von Israel bis
heute als tragischer Irrtum dargestellt. Anhand von bisher geheim gehaltenen Unterlagen
des US-Nachrichtendienstes NSA konnte Bamford diese Darstellung erstmals widerlegen. Die
israelische Militärführung habe gewusst, dass sie ein US-Aufklärungsschiff angreife,
schreibt er. Grund für die Versenkung sei die Furcht davor gewesen, dass das Schiff
Informationen über das Massaker von Al Arish aufgezeichnet habe. Bei dem Angriff auf die
"Liberty" kamen einige hundert Amerikaner ums Leben. Das israelische Militär
feuerte sogar noch auf Rettungsboote und im Wasser schwimmende Besatzungsmitglieder. Auf
eine Untersuchung der Umstände dieses Verbrechens, kritisiert Autor Bamford, hätten
Israel und die USA aus politischen Gründen bis heute verzichtet. (Quelle
Berliner Zeitung 1.8.2001 - Das Massaker von Al Arish)
Siehe auch
Offizielle
Vertuschungen
Eine UNO-Sonderkommission konstatierte 1972 in ihrem Bericht abschließend "eine
vorsätzliche Politik der Annexion und der Besiedlung der besetzten Gebiete, die sich
durch die absichtliche Ausrottung der palästinensischen nationalen Identität, ...die
Verweigerung des Rechts auf Rückkehr (und anderer Rechte) auszeichne und die als
Negierung von Buchstaben und Geist der vierten Genfer Konvention zu erachten sei." In
mehr als zehn Entschließungen hat der UN-Sicherheitsrat zwischen 1967 und 1973 dieses
Annexionsstreben Israels und seine Besatzungspraktiken verurteilt sowie immer wieder auf
Erfüllung der Resolution 242 bestanden.
In einer Resolution der UN Vollversammlung (UNGV Res. 3379) vom 10.November 1975
erfolgte die Verurteilung des Zionismus, wobei festgestellt wurde, "dass der
Zionismus eine Form des Rassismus und der rassischen Diskriminierung ist". Sie
wurde erst im Dezember 1991 auf Druck der USA und des Zionismus, nunmehr mit Zustimmung
Russlands, wieder aufgehoben. Wie verächtlich das offizielle Israel über
Entwicklungsländer denkt, kann man auf der Internetseite der Botschaft Israels nachlesen:
"1975 gelang es den Antizionisten, in der UN eine Resolution durchzubringen,
wonach "der Zionismus eine Form von Rassismus " sei. Obwohl die westlichen
Demokratien gegen diese Resolution stimmten, wurde sie von der UN angenommen, und zwar
kraft der automatischen Mehrheit des die UN beherrschenden Blocks Araber/Dritte
Welt/Kommunisten, welche in den letzten Jahren imstande war, jede aufgestellte
antiwestliche antidemokratische oder antiisraelische Resolution, ungeachtet ihres
Eigenwertes oder ihrer faktischen Grundlage, durchzubringen." Diese Entscheidung
den Zionismus als Rassismus zu brandmarken wurde aber auch in anderen Gremien bestätigt:
Eine Mehrheit von Staatenvertretern sprach sich für eine Gleichsetzung von Rassismus und
Zionismus in der Präambel einer UNESCO-Deklaration aus. Für diese Entscheidungen
während der Amtszeit des Generalsekretärs Kurt Waldheim rächten sich die Zionisten mit
einer bisher einmaligen Hetzkampagne gegen den Generalsekretär. Es fällt dabei auf, dass
die Argumente gegen den Generalsekretär nicht zu seiner Amtseinführung vorgebracht
wurden.
In der Nacht zum 18. September 1982 wurden in den palästinensischen
Flüchtlingslagern Sabra und Schatila in Libanon mehr als 1000 palästinensische
Zivilisten massakriert. Einige Quellen sprechen von über 3000 Opfern. Der
damalige israelische Verteidigungsminister Ariel Scharon wurde damals für
dieses Massaker verantwortlich gemacht. Scharon befahl 1982 den Einmarsch
Israels nach Libanon und eskalierte bewusst einen Krieg im Nahen Osten. Mit
diesem Krieg wollte er eine Sicherheitszone für Nord Israels errichten und die
PLO aus dem Libanon vertreiben. Die israelische Armee hat das ganze Land mit
schweren Waffen angegriffen und Tausande Menschen getötet. Zahlreiche Städte
und Dörfern wurden bombardiert. In diesem Krieg gab es auch brutale Massaker an
palästinensischen Zivilisten in den Flüchtlingslagern "Sabra und Schatilla"
bei Beirut. Die meisten Opfern waren Frauen, alte Männer und Kinder. Eine
israelische Untersuchungskommission machte Sharon für diese Massaker
mitverantwortlich.
Ausführlicher Bericht zum Massaker von
Sabra und Schatilla
Ein israelischer Soldat passiert palästinensische Arbeitskräfte und tötete
7 von ihnen mit einem Maschinengewehr. Als Palästinenser gegen den Angriff
demonstrierten, eröffnet die israelische Armee das Feuer auf die Demonstranten
und tötet weitere 13 Palästinenser.
Die Israelische Polizei eröffnet das Feuer auf Betende in der Al Aqsa
Moschee und töteten 22 Menschen, 150 wurden verwundet.
Scheich Abdel Karim Obeid und Mustapha Dirani sind seit 1989 und
1994 in brutalen israelischen Kommandoaktionen als «Faustpfand» aus dem Libanon
entführt worden. Seither sitzen sie in israelischen Gefängnissen gegen jegliches
internationales Recht. Die Völkergemeinschaft schweigt.
Der jüdische Siedler Baruch Benjamin Goldstein erschießt am Freitag 25. Februar 1994
gegen 5:30, dem 15. Tag des Ramadan-Monats des Jahres 1414, in einer Moschee 29 völlig
unbewaffnete Palästinenser, die sich am Grab Abrahams (a.s.) in Hebron zum Gebet
niedergeworfen hatten. Es war gleichzeitig der tag des jüdischen Purim-Festes (Purim ist
im Judentum das Fest des Sieges über die Widersacher und wird in der westlichen Presse
oft verniedlichend als "jüdisches Karnevalfest" umschrieben). Überlebende des
Massakers erschlagen Goldstein mit einem Feuerlöscher. Der es ausführte, der 39jährige
Arzt Dr. Baruch Benjamin Goldstein, geboren in den USA und 1982 Einwohner von Kiryat Arba
geworden, hatte zuvor einem Journalisten der Zeitung Yediot Achronot (S. 102)
erklärt: Wir belügen uns, wenn wir meinen, wir könnten mit den Arabern Seite an
Seite leben. Das ist unmöglich. Sie machen uns krank. Sie sind die Krankheitserreger, die
uns infizieren ... Es gibt eine Zeit, in der geheilt, und eine Zeit, in der getötet
wird. Baruch Goldstein feuerte an jenem Freitagmorgen mit wechselnden
Munitionsmagazinen in die Reihen von Muslimen, als diese sich zum Gebet in Richtung Mekka
neigten, und erschoss 29 von ihnen, bevor es gelang, den Massenmörder zu Boden zu werfen
und zu erschlagen. Er wurde später von religiös emotionalisierten Siedlern und
Gesinnungsfreunden wie ein Heiliger zu Grabe getragen. Nach Augenzeugenberichten hatte
Goldstein die Grabstätte des Patriarchen in Hebron vor dem blutigen 25. Februar mehrfach
besichtigt, und natürlich begegnete er dabei Kontrollen. Doch mit einer Kippa und
einer Waffe kann man, ohne gefragt zu werden, eine Menge Militärsperren passieren,
schrieb Nachum Barnea in der Yediot Achronot, und mit der Kombination
von Kippa, Uniform, Waffe und dem Rang eines Hauptmanns kann man alle Sperren passieren,
wie am Freitagmorgen der Mörder Dr. Goldstein bewiesen hat. Dabei ergab sich,
daß an jenem 25. Februar israelische Soldaten in Hebron Dr. Goldstein Feuerschutz
erwiesen und zahlreiche Palästinenser niederschossen.
Später breiteten sich massive Demonstrationen auf den Strassen von Palästina aus.
Die israelische Armee erschoss dann weitere 23 Menschen. Mehrere Hundert Palästinenser wurden verletzt.
Aus der Siedlung Kiryat Arba wurde
kein einziger Siedler entfernt, wohl aber die Ibrahim-Moschee geteilt. Das Grab von
Goldstein gilt als Pilgerstätte für viele Siedler und Zionisten. Von Anfang 1994 bis
Ende 1999 stand ein großes Monument für Baruch Goldstein mit der Aufschrift "der
Märtyrer" unmittelbar neben dem Eingang der Siedlung Kiryat Arba im Meir Kahane
Park. Welchen rassistischen Beweises bedarf es denn noch? Die Gedenkstätte wurde auf
Anordnung der Armee (und nicht des volksrelevanten Instanzen) angeblich abgerissen, da
diese Sicherheitsbedenken hatte.
Wie verlogen diese Aktion in Wirklichkeit war konnte man im März 2001 erkennen. Am 8.3.
wird Goldstein von zionistischen Siedlern als Held verehrt: Die israelische Polizei hatte
einer zionistischen Gruppe erlaubt, am jüdischen Purim-Fest vor dem Grab des
Massenmörders Baruch Goldstein eine Party zu feiern. In jedem anderen Land hätte
so eine menschenverachtende Aktion zu wütenden Protesten aller anderen Länder geführt.
Ein israelischer, in zivil verkleideter, Polizist öffnete das Feuer auf palästinensische Zivilisten. Er tötete 6 Palästinenser und verletzte 49
weitere. Manche wurden aus dem Auto geholt und in den Kopf geschossen.
Mit ihrem Veto haben die USA eine UN-Resolution zur israelischen Siedlungspolitik in
Ost-Jerusalem zu Fall gebracht. Mit der Resolution, die von allen anderen 14
Ratsmitgliedern unterstützt wurde, hätte Israel aufgefordert werden sollen, auf die
völkerrechtswidrige Enteignung von 53 Hektar Land im arabischen Teil Jerusalems zu
verzichten. Israel will auf dem 1967 besetzten Gebiet Wohnungen und eine Polizeistation
bauen. Damit hatte es sich scharfe Kritik nicht nur der palästinensischen
Autonomie-Regierung, sondern auch zahlreicher arabischer Staaten eingehandelt.
Am 4.11.1995 ermordete ein bekennender Zionist mit dem Namen Jigal Amir den eigenen
Ministerpräsidenten Rabin mit der Begründung, er wäre zu nachgiebig mit den
Palästinensern umgegangen. Im November 1995 sammelten New Yorker Juden Spenden für den
Mörder, ohne jegliche Probleme. Auf dem Tonband eines @nrufbeantworters, der extra für
die Spendenaktion eingesetzt wurde, wurde Rabin als "extremer radikaler Rassist"
verurteilt, der religiöse Juden "gehaßt" habe. Alle Anrufer wurden zu Spenden
für die Verteidigung des Attentäters Jigal Amir aufgefordert - "ein großer
jüdischer Held". Der orthodoxe Jude Moshe Gross, der die Aktion organisiert
hatte, sagte der "New York Times": "Wir haben all diese Juden gesehen, die
wegen der Tötung von Rabin trauern, und wir wollen die Welt mit der Neuigkeit
überraschen, daß viele Juden sich freuen."
Am 27.6.1996 wird Amir wegen der vorsätzlichen Ermordung des israelischen
Ministerpräsidenten Rabin zu lebenslanger Haft verurteilt. Nur 4 Jahre danach wurde unter
zionistischen Kreisen die mögliche Begnadigung diskutiert. Einer der führenden
Repräsentanten der in Israel mitregierenden Nationalreligiösen Partei hielt eine
Begnadigung Amirs Umständen für möglich. Das berichtete die Zeitung «Haaretz» unter
Hinweis auf ein Interview des früheren sephardischen Oberrabbiners in Israel, Mordechai
Elijahu, mit einer Lokalzeitung.
Präsident Clinton hat darauf verzichtet, ein mögliches Veto gegen den Umzug der
amerikanischen Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem einzulegen. Damit kann das
Gesetz, mit dem der Kongreß den Umzug beschlossen hat, noch heute in Kraft treten. Der
Botschaftsumzug soll bis zum 31. Mai 1999 abgeschlossen sein.
Israelische Granaten haben unter libanesischen Flüchtlingen ein Blutbad
angerichtet. Beim Beschuß eines Postens der UN-Friedenstruppen in Südlibanon (Unifil)
wurden über 100 Menschen ermordet, darunter Frauen und Kinder, und Hunderte wurden
verletzt. Rund 600 Libanesen hatten in dem UN-Posten Kana südöstlich der Hafenstadt
Tyrus Schutz vor israelischen Luft- und Artillerieangriffen gesucht. Dann wurde der
UN-Stützpunkt selbst zur Zielscheibe der grenzenlosen zionistischen Aggression bei dem
einmal mehr unzählige Zivilisten zum Opfer wurden. "Es ist ein wahres
Massaker", sagte ein Augenzeuge. "Ich sah Kinder, denen der Kopf abgerissen
war." UN-Rettungstrupps eilten nach Kana, um die Toten und Verletzten zu bergen.
Unifil-Sprecher Timur Goksel erklärte: "Es ist eine echte Tragödie." Beim
Angriff israelischer Kampfflugzeuge auf den südlibanesischen Marktflecken Nabatija wurden
am Morgen elf Menschen, darunter drei Kinder, getötet. Sieben Menschen wurden darüber
hinaus verletzt, berichteten libanesische Sicherheitskräfte. Aufgrund von diesem Massaker
sagte die dänische Regierung einen für Mai geplanten Rtaatsbesuch von Königin Margrethe
II. und Jronprinz Frederik in Israel ab.
Von 25. bis 27.09.1996 eröffneten israelische Soldaten das Feuer auf die demonstrierten Palästinenser nach der Eröffnung des Tunnels unterhalb der
Al-Aksa-Moschee. Dabei wurden mindestens 70 Palästinenser getötet.
Die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten ist in den Vereinten
Nationen scharf verurteilt worden. Eine entsprechende Resolution wurde im Ausschuß der
Vollversammlung für Entkolonialisierung mit 123 gegen drei Stimmen bei sechs Enthaltungen
angenommen. Dem Antrag aus den Reihen der muslimischen Staaten hatten sich auch
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rußland, China und Japan angeschlossen. Die
Gegenstimmen kamen von den USA, Israel und Mikronesien. Die Resolution geht nun an die
Vollversammlung, wo ebenfalls eine breite Zustimmung zu der Verurteilung der israelischen
Politik erwartet wird. Die USA haben schon ihr Veto angedroht, damit der Sicherheitsrat
sich dem nicht anschließt. Die israelische Polizei nahm unterdessen Medienberichten
zufolge einen Palästinenser fest, der mit einem Amateurfilm über die Brutalität
israelischer Grenzschützer für Aufsehen gesorgt hatte.
Die USA verhinderten am Freitag, den 7.3.1997 im UNO-Sicherheitsrat eine EU-Resolution,
in der Israel zum Stopp des Siedlungsprojekts aufgefordert wird. Daraufhin forderten die
arabischen Länder eine Sondersitzung der Vollversammlung. Die europäische
Entschließung, die sich gegen das umstrittene Siedlungsprojekt Har Homa im arabischen
Teil Jerusalems richtete, wurde von allen Ratsmitgliedern mit Ausnahme der USA angenommen.
In dem Resolutionsentwurf wurde die israelische Regierung aufgefordert, alle Maßnahmen
inklusive des Siedlungsbaus zu unterlassen, die den Status-quo in Jerusalem veränderten.
Israel dürfe den Verhandlungen über den endgültigen Status Jerusalems nicht vorgreifen
tnd den Friedensprozeß nicht beeinträchtigen. Alle 04 Ratsmitglieder außer den
Vereinigten Staaten stimmten für die europäische Resolution, die von den EU-Mitgliedern
Großbritannien, Schweden, Frankreich und Portugal eingebracht worden war. Vetorecht haben
nur die fünf ständigen Ratsmitglieder Frankreich, China, Großbritannien, Rußland und
die USA.
In einem bis zu dem Zeitpunkt beispiellosen Schritt hat die UNO Israel aufgefordert,
wegen seines Angriffs auf den UN-Stützpunkt im südlibanesischen Kana am 18. April 1996,
bei dem 105 libanesische Zivilisten getötet worden waren, Schadenersatz in Höhe von etwa
2,9 Millionen Mark zu leisten. Europäische Vertreter hatten sich um eine
Kompromißlösung bemüht, doch Libanon beharrte auf der ursprünglichen Formulierung der
Resolution. Die USA drohten Libanon daraufhin damit, die im Juli fällige Verlängerung
des Mandats der UN-Mission in Libanon (Unifil) im UN-Sicherheitsrat zu verhindern, falls
Beirut an der Resolution festhalten sollte. Nach libanesischen Angaben sollte dann die
UN-Generalversammlung am darauffolgenden Freitag über die Resolution abstimmen. Es galt
aber als nahezu sicher, daß der Text dort eine Mehrheit finden wird, was der Grund für
die massiven Drohungen durch die USA waren.
Israel hat am 16.7.1977sich gestern auch über die dritte Resolution der
Vollversammlung der Vereinten Nationen gegen das Siedlungsprojekt Har Homa bei Jerusalem
hinweggesetzt. Kurz nachdem die israelische Politik von der überwältigenden Mehrheit der
Staaten scharf kritisiert worden war, rollten in Har Homa wieder die Planierraupen. Die
Verurteilung erfolgte mit 131 gegen drei Stimmen bei 14 Enthaltungen. Neben Israel
stimmten nur die USA und der kleine Pazifikstaat Mikronesien gegen den Entwurf.
Deutschland enthielt sich der Stimme, der Rest der EU-Länder stimmte aber für die von
arabischen und moslemischen Ländern eingebrachte Resolution, die nicht bindend ist. Auch
Rußland enthielt sich der Stimme. Der Abstimmung war ein Bericht von UN-Generalsekretär
Kofi Annan vorausgegangen.
Die Folterpraxis der Zionisten wird im schweizer Bundesrat diskutiert. Dabei wird
festgestellt, daß israelische sogenannte Sicherheitskräfte die Genehmigung haben,
anlässlich von Verhören mit Personen, welche des Terrorismus verdächtigt werden,
physischen Druck anzuwenden oder in bestimmten Fällen sogar verstärkten physischen Druck
einzusetzen. Welche Art von Druck angewendet werden darf, sei vertraulich. Nach den
Informationen des Bundesrates hat der höchste israelische Gerichtshof die
Rechtmässigkeit einer solchen Genehmigung in drei Fällen bestätigt. Die Schweiz hat in
dieser Frage bereits mehrere Demarchen gegenüber den israelischen Behörden unternommen.
Der Schweizer Botschafter in Tel Aviv hat eine solche das letzte Mal betreffend die
erwähnten Urteile am 21. November 1996 eingereicht. Die israelische Behörden
wurden dran erinnert, dass das Recht, nicht gefoltert zu werden, zu den grundlegendsten
Rechten eines jeden Menschen überhaupt gehört. Dieses Recht dürfe unter keinen
Umständen derogiert werden, sei dies de jure oder auch nur de facto, wie auch immer die
Umstände gelagert sein mögen. Das Verbot der Folter ist einerseits gewohnheitsrechtlich
festgelegt, anderseits auch in internationalen Menschenrechtskonventionen und allgemeinen
Konventionen des humanitären Völkerrechts, welche Israel ratifiziert hat,
festgeschrieben. Der Bundesrat war entschlossen, seine Demarchen bei den israelischen
Behörden fortzusetzen, bis diese ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen. Diese
schweizer Beharrlichkeit wurde mit einer bis dahin nie dagewesenen Kampagne der Zionisten
gegen schweizer Banken ruhig gestellt.
Die UNO-Menschenrechtskommission warf Israel am Montag die Folterung palästinensischer
Gefangener vor. Unter den 3500 Häftlingen seien 90 Kinder, die ebenfalls mißhandelt
würden. Zu den Foltermethoden gehöre Schlaf- und Essensentzug sowie extreme Kälte.
Inakzeptable Einschränkungen - Experten dieses Komitees haben Israel wegen der
Diskriminierung der nichtjüdischen Bevölkerungsgruppen kritisiert. Die
Komiteepräsidentin Christine Chanet bezeichnete dies als unvereinbar mit dem UNO-Pakt.
Als inakzeptabel bezeichnete Chanet insbesondere die fortdauernden Einschränkungen bei
der Bewegungsfreiheit für Palästinenser und Beduinen, die ungleiche Behandlung bei der
Zuteilung von Land, die Bevorzugung der jüdischen Bevölkerung bei der Nutzung der
Wasserreserven und die anhaltende Zerstörung von Wohnhäusern von Palästinensern.
(Quelle: NZZ vom 18.7.1998)
Das UNO-Komitee hatte vor allem die «Vorbeugehaft», die Zerstörung von Häusern und die
Anwendung von Gewalt bei Verhören kritisiert. "Das Land ist zweigeteilt", sagte
Komitee-Präsidentin Christine Chanet in Genf. "Zwar profitiert ein Großteil der
Bevölkerung von den demokratischen Spielregeln des Staates. Dies gilt aber nicht für die
Palästinenser in den besetzten Gebieten, die Beduinen und die Araber in Israel. Diese
sind ständiger Diskriminierung ausgesetzt". So sei etwa die von der UNO abgelehnte
«Vorbeugehaft» gegen 5 000 Palästinenser angewandt worden, aber nur gegen elf jüdische
Siedler, erklärte Chanet. Der religiöse Charakter des Staates führe generell zu einer
Diskriminierung religiöser Minderheiten. Außerdem werde der Frau aus religiösen
Gründen eine gleichwertige Stellung innerhalb der Familie verweigert. Gleichzeitig wies
die Delegation eine von Amnesty International (AI) geäußerte Kritik an ihrem für die
UNO verfaßten Bericht zur Menschenrechtslage zurück. Die Menschenrechtsorganisation
hatte bemängelt, daß Israel darin zu Hinrichtungen, Folter, willkürlichen
Inhaftierungen und unfairen Prozessen im Westjordanland, in Gaza, auf den Golanhöhen und
im Südlibanon nicht Stellung nimmt. (Quelle: hagalil.com)
Mit großer Mehrheit hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen Israel erneut wegen
seiner Siedlungspolitik in besetzten palästinensischen Gebieten verurteilt. Für die
entsprechende Resolution, die Israel zur Abkehr von der illegalen Besiedlung auffordert,
stimmten am Dienstag, dem 9.2.1999 in New York 115 Staaten, Israel und die USA stimmten
dagegen. In der Debatte vor der Abstimmung warfen unter anderem Ägypten und
Jordanien der israelischen Regierung vor, mit dem Bau von Siedlungen auf besetztem Land
internationales Recht zu mißachten. Israel hatte den Ostteil Jerusalems und das
Westjordanland 1967 erobert. (aus einer dpa-Meldung)
Frauen der ehemaligen Sowjetunion werden nach Israel in die Sexindustrie gelockt und
sind dort Opfer von Menschenrechtsverletzungen.... Auf diesem Wege landen jährlich
Hunderte von Frauen und Mädchen der ehemaligen Sowjetunion in der Sexindustrie Israels
und werden dabei sehr oft Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Die Frauen werden durch
falsche Versprechungen, z.B. einen sehr gut bezahlten Job, nach Israel gelockt oder werden
manchmal sogar auch gekidnappt und kommen nach ihrer Ankunft meist direkt in Bordelle. Von
ihren Schleppern und Zuhältern werden sie regelrecht bedroht, eingesperrt,
geschlagen und vergewaltigt. Unter israelischem Gesetz gelten sie als illegale
Einwanderer. Damit sind sie völlig machtlos gegen weitere Menschenrechtsverletzungen. ...
In Israel werden die Frauen oft richtiggehend gekauft und bei Auktionen" wieder
verkauft. Sie werden gezwungen lange Zeit in der Sexbranche als Prostituierte zu arbeiten,
da sie weiterhin große Schulden, z.B. für ihr Flugticket, bei ihren
Besitzern" haben. Diese halten die Frauen meist unter menschenunwürdigen
Zuständen in Bordellen oder Apartments fest, wo sie ohne Begleitung nie das Haus
verlassen, oft sogar gar nicht nach draußen dürfen. Viele erkranken schnell entweder an
Geschlechtskrankheiten oder auch an Tuberkulose. Es gibt viele Berichte darüber, dass
Frauen gezwungen wurden, mit mehreren Männern am Tag Geschlechtsverkehr zu haben. Ihnen
wurde mit Vergewaltigung und anderem sexuellen Missbrauch gedroht, falls sie sich
weigerten mit Kunden zu schlafen. In vielen Fällen wurden den Frauen auch der Pass
abgenommen um sie dadurch am Weggehen zu hindern. Im April und Mai 1999 besuchte eine
Delegation von amnesty international unter anderem das Neve Tirza Gefängnis, in dem viele
Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion im Zusammenhang mit Prostitution einsitzen und auf
ihre Abschiebung warten. Bei Polizeirazzien in Bordellen werden viele der Frauen
inhaftiert und warten in der Haft auf ihre Abschiebung. ..... So sieht das
israelische Gesetz z.Zt. Sklaverei, das Kaufen und Verkaufen von Menschen noch nicht als
Straftat.
Unter diesen Frauen war auch Anna, eine 31-jährige Physiklehrerin aus St. Petersburg. Sie
kam im Oktober 1998 mit einem Touristenvisum nach Israel. Sie wurde unter dem Versprechen
gelockt einen Job zu bekommen, bei dem sie US$ 1,000 pro Monat verdienen würde, was ein
20fach höherer Verdienst als ihr Job in Russland gewesen wäre. Der Israeli, der ihr den
Job angeboten hatte, machte ihr zwar klar, dass sie in der Sexindustrie arbeiten würde,
versprach aber gute Arbeitsbedingungen. Nach ihrer Ankunft wurde ihr der Pass abgenommen
und sie wurde in ein Apartment mit sechs anderen Frauen von Ländern der ehemaligen
Sowjetunion, geschlossen. Sie wurde bei Auktionen" zweimal
angeboten". Beim zweiten Mal wurde sie dann für US$ 10,000 verkauft und nach
Haifa gebracht. Die Wohnung, wo sie mit zwei weiteren Frauen war, hatte Gitter an den
Fenstern und die Frauen durften die Wohnung nur selten verlassen. Im März 1999 wurde sie
bei einer Razzia der Polizei verhaftet. Vor Gericht sagte die Polizei aus, dass Anna eine
Aussage unterschrieben hätte, bei der sie die Beteiligung an Prostitution zugegeben
hätte. Dieses Dokument war in Hebräisch geschrieben und Anna hatte keinen Übersetzer.
Sie erfuhr später, dass sie wegen Betreiben eines Bordells angeklagt war. Sie wurde für
beinahe einen Monat im Haftzentrum Kishon gehalten und wartete auf ihre Abschiebung.
Während dieser Zeit war es ihr nicht erlaubt mit dem russischen Konsulat zu sprechen. Der
Grund für ihre Inhaftierung war angeblich, dass die Behörden Anna als Zeugin gegen ihren
Zuhälter auftreten lassen wollten, doch Anna wurde von den Behörden nie gefragt, ob sie
als Zeugin gegen ihn auftreten wolle.
(Quelle Amnesty International, aus: AI Index: MDE 15/17/00)
Der für seine Verantwortung bei den Massakern in Sabra und Schatilla bekannte
Ex-General und Oppositionsführer Ariel Scharon geht mit einem unglaublichen
Polizeiaufgebot provokativ über das Gelände der Al-Aqsa Moschee, um nach eigenen
Bekunden den Juden in aller Welt zu beweisen, dass jeder Jude seinen Fuß auf jedes Stück
Land in Israel setzen könne, wozu er offensichtlich auch die gemäß UNO als besetzte
Gebiete deklarierten gebiete zählt. Sein Auftritt führt zu blutigen Auseinandersetzungen
am gleichen Tag wobei zionistische Soldaten mindestens 65 Palästinenser erschießen
(Muslime und Christen) und über 1000 verletzen. Im Anschluss beginnt der größte
Widerstand gegen die Besatzungsmacht, die größte Intifada seit bestehen Israels.
Am 30. September 2000, um die Mittagszeit, durchschlug ein israelisches Geschoss das
Herz des Jungen Muhammd Al-Durra (siehe Bilder). Eine
andere Kugel hatte ihn zuvor ins Bein getroffen. "Ich halte durch", hatte er
hervorgepresst und sich noch enger an seinen Vater geklammert, wie Dschamal al-Durra
später berichtete. Er selbst hat dann den etwa hundert Meter entfernten israelischen
Posten auf Hebräisch zugeschrien: "Halt, hört auf, ihr tötet meinen Sohn."
Doch als Antwort hat ihn eine Kugel in den erhobenen Arm getroffen. Verzweifelt hat er
versucht, über sein Handy Hilfe herbeizutelefonieren. Dann ist sein Sohn plötzlich
zusammengesackt. "Der Junge ist tot", rief er, bevor er, von mehreren Schüssen
getroffen, selbst zusammenbrach. Zwei palästinensische Helfer vom Roten Halbmond, die
Vater und Sohn zu Hilfe kommen wollten, wurden ebenfalls von israelischen Soldaten
beschossen, einer von ihnen wurde von den Zionisten ermordet. Mehr als 40 Minuten dauerte
das blutige Drama an der berüchtigten Kreuzung bei Nezarim, berichtet der
France-2-Kameramann, der Mohammeds Tod filmte. Die erschütternden Fernsehbilder sind
weltweit eine deutliche Anklage gegen das kaltblütige Vorgehen der israelischen
Besatzungstruppen. Erst nach Tagen und unter massivem öffentlichen Druck gab die Armee
zu, dass der tödliche Schuss "höchstwahrscheinlich von uns
stammt". Doch keiner der Soldaten, die aus dem festungsähnlichen Posten durch
Schlitze feuerten, wollte sich daran erinnern, Vater und Sohn zusammengekauert hinter
einer leeren Öltonne gesehen zu haben. Und keiner der Mörder wurde zur Verantwortung
gezogen. Die beiden Opfer seien wohl ins Kreuzfeuer zwischen ihnen und palästinensischen
Schützen geraten, erklärten die Israelis. Doch die Ärzte, die Vater Dschamal im
Krankenhaus behandelten, entfernten acht Kugeln aus seinem Körper. Wenig wahrscheinlich,
dass alle Irrläufer waren. Sogar der israelische Armeesprecher Jarden Watikei musste
einräumen, dass die Anzahl auf gezielte Schüsse hinweise. Die Fernsehbilder des Dramas
lenkten weltweit den Blick der Öffentlichkeit auf das brutale Vorgehen der israelischen
Besatzungstruppen, selbst im UN-Sicherheitsrat wurde der Tod des Jungen zur Sprache
gebracht. Der Junge ist nun ein Märtyrer des Befreiungskampfs. Allerdings erinnert an der
Netzarim-Kreuzung nichts mehr an seine Ermordung. Die Zionisten rissen die Mauer ab, damit
es nicht zum Wallfahrtsort werden konnte.
Nahost - Zwölfjähriger starb im Kugelhagel der Israelis - Armee
übernimmt Verantwortung und verteidigt sich:
Palästinenser schicken Kinder vor. Albright plant Gipfel
Der Tagesspiegel 4.10.2000
Die israelische Armee hat zugegeben, am Samstag einen
zwölfjährigen Palästinenser-Jungen im Gaza-Streifen erschossen zu haben. Sein
Tod, der von einem französischen Kamerateam aufgezeichnet wurde, hatte weltweit
für Entsetzen gesorgt. Die Bilder zeigten minutenlang das in Todesangst
schreiende Kind, bis es - tödlich getroffen - verstummte. Der General Giora
Eiland sagte am Dienstag im israelischen Rundfunk, die Analyse der
Video-Aufzeichnung habe ergeben, dass das Kind durch Schüsse israelischer
Soldaten aus einem geschlossenen Stützpunkt an der Nezarim-Kreuzung getötet
wurde. "Dies ist ein schlimmer Zwischenfall, den wir alle bedauern",
sagte Eiland.
Der Stützpunkt sei während der blutigen Unruhen von
Demonstranten umzingelt und mit Steinen, Brandsätzen und Handgranaten beworfen
worden. Der Junge, der nach Angaben der Armee in der Vergangenheit an
Ausschreitungen beteiligt war, sei ins Kreuzfeuer geraten. Sein Vater habe die
Gefahr erkannt und versucht, ihn zurückzuholen. Die Soldaten, die durch
Scharten schossen, hätten nicht erkannt, dass hinter einem Fass in der
Schusslinie Vater und Sohn kauerten. Eiland warf den Palästinensern vor,
zynisch Kinder im Kampf gegen Israel einzusetzen.
Wenige Stunden nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe
zwischen der israelischen Armee und der palästinensischen Autonomiebehörde
wurden unterdessen am Dienstag neue Zusammenstöße aus dem Westjordanland
gemeldet. Im Gaza-Streifen, wo Israel auch Kampfhubschrauber einsetzte, wurden
zwei Palästinenser getötet. In Hebron warfen jugendliche Palästinenser Steine
auf israelische Soldaten, die mit Gummimantel-Geschossen auf die Demonstranten
feuerten. Dabei wurden fünf Menschen verletzt.
Auch aus anderen Zentren im Westjordanland aus dem
überwiegend arabisch besiedelten Teil Nord-Israels wurden einzelne
Zwischenfälle gemeldet. So beschossen Unbekannte bei Ramallah einen
israelischen Jeep.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak sagte am Morgen,
er hoffe, dass die Waffenruhe eingehalten werde. Es bestehe eine gute Chance
für ein "Ende dieses schmerzlichen Kapitels". Israel hat in der
Vereinbarung zugesagt, seine Soldaten aus den Brennpunkten der jüngsten Unruhen
zurückzuziehen, wenn die Palästinenser dort künftig Ausschreitungen
verhindern.
Bei den blutigen Unruhen sind nach palästinensischen Angaben
seit vergangenem Freitag mindestens 45 Araber getötet worden. Mehr als 1400
Menschen wurden verletzt. Auf israelischer Seite kamen drei Soldaten und ein
Zivilist ums Leben.
US-Außenministerin Madeleine Albright will sich in direkten
Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Barak und
Palästinenser-Präsident Jassir Arafat um ein Ende der Gewalt im Nahen Osten
bemühen. Sie erklärte am Dienstag in Paris, sie werde am Mittwoch in der
französischen Hauptstadt mit den beiden Politikern zunächst zu getrennten
Gesprächen zusammentreffen. Ziel sei es, einen Weg zur Beendigung der Gewalt zu
finden. Es müsse sichergestellt werden, dass sich solch eine Eskalation nicht
wiederhole. Die seit Donnerstag anhaltenden Unruhen sind die schwersten
Auseinandersetzungen in den Palästinenser-Gebieten seit 1996.
Baraks Büro wies in einer Erklärung darauf hin, dass das
Treffen in Paris auf Initiative der USA zu Stande gekommen sei. Albright hält
sich gegenwärtig in Paris zu Gesprächen mit der französischen Regierung auf,
die der krisenhaften Situation in Nahost und in Jugoslawien galten. Zuvor hatte
bereits US-Präsident Bill Clinton die Hoffnung auf ein Ende der Gewalt
geäußert. Er sagte in Washington, er denke, dass die Lage im Nahen Osten sich
bereits am Dienstag bessere.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) hat in der Nacht zum Sonntag die
Gewaltanwendung gegen die Palästinenser verurteilt und damit indirekt das Vorgehen
Israels gerügt. Die USA enthielten sich der Stimme, die übrigen 14 Ratsmitglieder am
Sitz der UNO in New York stimmten für die Resolution. Darin ist von einer
"exzessiven Anwendung von Gewalt" die Rede, deren Ergebnis Tote und Verletzte
seien. In der Resolution ist mit Blick auf Scharons Eindringen auf das Al-Aqsa Gelände
von einer Provokation die Rede, die der Sicherheitsrat bedauere. Zugleich wird Israel als
Besatzungsmacht in Teilen des Westjordanlandes und im Gazastreifen aufgefordert, die
Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten minutiös zu befolgen.
Dass Israel in dem Text indes nicht direkt im Zusammenhang mit der Gewaltanwendung genannt
wird, gilt als Zugeständnis an die USA, den traditionellen Verbündeten Israels. Die
Vereinigten Staaten hätten mit einem Veto eine schärfer formulierte Resolution zu Fall
bringen können, hieß es in den Nachrichtenmeldungen.
Der jüngste UNO-Bericht der Menschrechtsbeauftragten der Weltorganisation, Mary Robinson,
über die Lage in Palästina gebraucht deutliche Worte. Auf 20-Seiten wird das Vorgehen
der israelischen Armee (IDF) in den besetzten Gebieten scharf verurteilt und die
israelische Regierung wird aufgefordert, internationale Beobachter in die Westbank und
nach Gaza zu lassen und ihre Militäraktionen einzuschränken. Gegen die Idee,
internationale Beobachter zur Kontrolle der Anwendung übermäßiger Gewalt durch die
israelische Armee in den umkämpften Gebieten zuzulassen, hatte sich Israel mit
Unterstützung Washingtons bisher stets erfolgreich gewehrt.
Der Robinson-Bericht wirft der israelischen Armee u.a. vor, zunehmend mit scharfer
Munition in die demonstrierenden palästinensischen Menschenmassen zu schießen und mit
Panzergranaten und Raketen auf zivile Ziele zu feuern. Wörtlich heißt es in dem Bericht:
"Die Menschenrechtssituation in den besetzten Gebieten ist erschreckend. Die zivile
Bevölkerung fühlt sich von einer viel stärkeren Macht besetzt, die bereit ist, ihre
weit überlegene Feuerkraft gegen Demonstrationen und Steine werfende Jugendliche
einzusetzen." Deshalb - so der Bericht - hat "ein breites Spektrum von
Beobachtern, einschließlich von offiziellen Vertretern der Vereinten Nationen" das
militärische Vorgehen Israels gegen die Palästinenserunruhen in den letzten Wochen als
"exzessiv und unangemessen" verurteilen.
In dem Bericht werden hauptsächlich die Ergebnisse des Besuchs von Mary Robinson vom
8.-16. November in der Region verarbeitet. Wegen des zunehmend brutalen Vorgehens der IDF
gerade in den letzten Wochen dürfte der Robinson-Bericht jedoch noch vergleichsweise
harmlos ausgefallen sein. Trotzdem zitierte gestern die Washington Post den Sprecher der
israelischen Botschaft in Washington, der den Robinson-Bericht als "einseitigen
Versuch" verurteilte, "Israel für die Gewalttätigkeiten in den letzten Wochen
verantwortlich zu machen und die Palästinenser aus der Verantwortung zu entlassen."
("U.N. Report Assails Israel's W. Bank Tactics", By Colum Lynch, The Washington
Post November 28, 2000; Page A24)
Der Robinson-Bericht versucht auch auf die dem jüngsten Konflikt zugrunde liegenden
Motive einzugehen und kommt dabei zu dem Schluß, daß die Ursache für die anhaltenden
palästinensischen Unruhen weniger im provokativen Besuch Sharons auf dem islamischen
Heiligtum, dem Tempelberg in Jerusalem, zu finden sind, als vielmehr in der "Vielzahl
der alltäglichen Erniedrigungen" durch Israel, die die Palästinenser über sich
ergehen lassen müssen.
Seit dem Ausbruch der Unruhen am 28. September sind über 280 Menschen getötet und an die
9.000 zum Teil schwer verwundet worden, fast ausschließlich Palästinenser. Der Bericht
hält auch fest, dass sich außerordentlich viele Kinder unter den erschossenen
Palästinensern befinden: 28% der Toten sind Kinder unter 16 Jahren. In einem Interview
mit der israelischen Tageszeitung Ha'aretz hatte letzte Woche ein Scharfschütze der IDF
erklärt, dass sie von ihren Vorgesetzten grünes Licht haben, Kinder zu erschießen, die
älter als 12 Jahre sind.
Mary Robinson gab ihrer besonderen Sorge über jüngste Meldungen Ausdruck, wonach
israelische Soldaten mit Waffengewalt "Rettungswagen davon abhalten, verwundete
Palästinenser zu versorgen". Bei der Vorstellung ihrer Berichts erklärte Frau
Robinson, dass sie während ihres Besuchs im Gazastreifen selbst Zeuge davon geworden ist,
wie israelische Soldaten zwei Rettungswagen daran gehindert hätten, den Verwundeten
Nothilfe zu bringen. Erst vor wenigen Tagen gab es Berichte, dass israelische Soldaten
eine Ambulanz mit schwer verwundeten Palästinensern so lange aufgehalten haben, bis diese
zu Tode geblutet waren. Der soeben erschienene Bericht der "Ärzte für
Menschenrechte", einer amerikanischen Ärztegruppe, die vor Ort versucht den
Verwundeten zu helfen, bestätigt dieses Vorgehen, das auch von Teilen der israelischen
Presse verurteilt wird.
Die israelische Tageszeitung Haaretz Daily ging später ausführlich auf den Bericht der
Ärzte ein, der u.a. der israelischen Armee eine absichtlich Verzögerungen bei der
Evakuierung verwundeter Palästinenser vorwirft, so dass die anschließende Behandlung der
Verwundung im Hospital zusätzlich erschwert wird. Außerdem würden israelische Soldaten
immer wieder sowohl verwundete Palästinenser als auch die Sanitäter, die sie bergen
wollten, unter Feuer nehmen. ("Physicians report slams police abuse of Israeli Arab
protesters", Haaretz Daily, By Haim Shadmi, 29.11.00)
Die amerikanische Tageszeitung "The Boston Globe" zitierte aus einem Bericht
einer Gruppe amerikanischer Ärzte (Physicians for Human Rights), die in den von Israel
besetzten Gebieten die exzessive Gewaltanwendung der Armee unter die Lupe genommen hat.
Nach den systematischen Untersuchungen der Schusswunden der jungen Palästinenser kamen
die Ärzte zu dem Schluss, dass israelische Soldaten absichtlich auf die Köpfe und Beine
der demonstrierenden Jugendlichen zielten, auch in Situationen, die für die Soldaten
nicht lebensbedrohlich sind. Auf diese Tatsache hatte kürzlich bereits Amnesty
International hingewiesen und in diesem Zusammenhang unterstrichen, dass es sich dabei um
Verstöße gegen die Genfer Konvention handelte, wodurch u. U. der Tatbestand von
Kriegsverbrechen erfüllt würde.
´´Das Muster der Verwundungen deutet darauf hin, dass die israelischen Soldaten nicht
auf bewaffnete Menschen schießen", erklärte Dr. Robert Kirschner von der University
of Chicago Medical School, denn überall auf der Welt würden die Sicherheitskräfte so
ausgebildet, dass sie auf die Brust eines Angreifers zielen. Schließlich sei der Körper
das größte Ziel und in einer Gefahrensituation besser zu treffen. "Die Tatsache,
dass vielen Palästinensern in den Kopf oder die Beine geschossen wurde, deutet jedoch
darauf hin, dass die Soldaten genügend Zeit hatten, genau zu zielen und sie sich somit
nicht in einer Situation befanden, in der ihr eigenes Leben bedroht gewesen wäre."
("Doctors say Israeli gunfire was excessive", by Dan Ephron, Globe
Correspondent, 11/4/2000)
In der Zwischenzeit sterben jeden Tag mehr palästinensische Kinder. Dabei müssen die
Kinder nicht einmal Steine geworfen haben, um erschossen zu werden. In einem langen
Artikel der britischen Sunday Times (S.T) wird die Erschießung von zwei
palästinensischen Kindern und einem Jugendlichen in dem kleinen Dorf Hizma unweit von
Jerusalem untersucht. ("Israelis shoot boys in cold blood", Sunday Times, by
Marie Colvin, 5.11.00): "Der Tathergang straft alle jene Lügen, die behaupten, dass
israelische Soldaten nur schießen, wenn ihr eigenes Leben in Gefahr ist", schreibt
die S.T. und betont, dass das Dörfchen Hizma immer noch unter israelischer Kontrolle ist,
und dass es dort "keine palästinensische Gunmen (Gewehrschützen)" gibt.
Trotzdem haben israelische Soldaten dort innerhalb von zwei Wochen drei palästinensische
Teenager erschossen, "davon zwei in kaltblütiger Absicht". Stunden nachdem die
Jugendlichen in Hizma aufgehört hatten, Steine auf eine israelische Patrouille zu werfen,
wurden sie urplötzlich von israelischen Soldaten aus dem Hinterhalt beschossen. Ein
Jugendlicher wurde am Bein verwundet, der19-jährige Mahmoud Sayeed und der 15-jährige
Rami Amtaweh waren nicht mehr zu retten. Sie waren kaltblütig ermordet worden.
Israelische Kampfflugzeuge haben am Mittwochabend den libanesischen Luftraum verletzt
und die Hauptstadt Beirut überflogen. Das gaben libanesische Sicherheitskreise am Abend
bekannt. Die nicht genannte Zahl von Flugzeuge hätten vor allem die südlichen Vororte
überflogen, wo die Führer der islamischen Hizbollah-Widerstandstruppen ihre
Hauptquartiere haben. Nach UN-Angaben hat Israel im Oktober 123 Mal den
libanesischen Luftraum verletzt.
145 UN-Mitgliedsstaaten stimmten zu
dpa NEW YORK. Die UN-Vollversammlung hat Israels Vorgehen in der Jerusalem-Frage am
Freitag mit überwältigender Mehrheit verurteilt. In einer Resolution, der 145
UN-Mitgliedsstaaten zustimmten, wird Israels Durchsetzen "seiner Gesetze,
Rechtsprechung und Verwaltung" in Jerusalem als "illegal und deshalb null und
nichtig und ohne Gültigkeit" genannt.
Die einzige Stimme gegen die Resolution wurde von Israel selbst eingebracht. Die USA und
weitere vier Länder, Nauru, Mikronesien, die Marschall Inseln und Angola, enthielten sich
bei der Verabschiedung der Resolution der Stimme. Die Resolutionen der UN-Vollversammlung
sind anders als die des Weltsicherheitsrates nicht bindend.
aus dem HANDELSBLATT, Freitag, 01. Dezember 2000