Ein vielleicht etwas aus dem Rahmen fallender und gerade deshalb sehr guter und bemerkenswerter Beitrag! Selbstverständlich wird sicherlich jeder für sich persönlich eine plausible Erklärung dafür finden, warum er oder sie wie in einem Rausch nach immer mehr politischen Analysen oder allgemein Informationen strebt. Und sicherlich bieten alternative Medien dabei eine willkommene, wenn nicht gar die einzige Möglichkeit, sich etwas von den vorformulierten und auf weiten Strecken tendenziösen Meinungen der "Hofberichterstattung" zu lösen. Auch nach Lesen dieses Beitrags wird es dem Einzelnen (vielleicht sogar dem Autor selbst?) immer noch leichter fallen, sich aus alternativen und sonstigen Informationen, wenn sie die eigene, schon vorhandene Meinung unterstützen, ein Fundament für die eigene Kritik oder Gegnerschaft gegen andere zu bauen. Nicht nur in großen Dimensionen - das fängt schon bei meinem Nächsten, meinem Nachbarn, meinem Bruder oder meiner Schwester an. Ich habe meine Zweifel daran, dass der fehlbare Mensch sich von diesem Verhalten, das Frieden und Liebe nicht nur zwischen den Menschen, sondern auch zur Natur und letztlich zum Schöpfer allen Seins verhindert, in seinem irdischen Dasein ganz befreien kann. Gerade deshalb finde ich diesen Artikel aber so wichtig. Jeder Einzelne sollte, so sehr es ihm eben möglich ist, nicht beständig auf der Suche nach Material sein, um offen oder zumindest für sich selbst begründen zu können, warum das außerhalb des eigenen Egos existierende das "Fremde", der Feind ist. Der Feind meines Feindes ist eben nicht nur deshalb automatisch mein Freund, und auch alternative Medien sind im konkreten Einzelfall nicht nur deshalb automatisch besser, verlässlicher und seriöser, weil sie eine vom Mainstream abweichende Meinung vertreten. Es möge jeder, wie Herr Özoguz richtig andeutet (so habe ich es jedenfalls verstanden), seinen Weg zu Verständnis, Miteinander, Frieden und Liebe im eigenen Leben und darüber hinaus suchen. Dann werden für ihn oder sie politische Analysen auch wieder das sein, was sie wirklich sind - kein Selbstzweck, der wie eine Droge aus sich selbst heraus nach immer mehr verlangt, sondern eines der Mittel, um sich im Leben zurechtzufinden und dabei das eigentliche Ziel des Lebens fest im Blick zu behalten.
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- Re: Politische Analyse oder Liebe? Fatima Özoguz 08.07.2010 13:44
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