Im Namen des Erhabenen  
  Fatimah Zahra Cacha
 

Gedichte von Fatimah Zahra

Sammlung 4

DAS HAUS

Bau ein Haus aus Barmherzigkeit,
lad jeden ein, dein Gast darin zu sein,
gib Speis' und Trank aus deinem Schrank,
sei hilfreich, wenn mal einer krank,
brau ihm aus Liebe und Verständnis einen Trank,
mach es gern, erwarte keinen Dank,
und gib von dem, was du bekommen
von deinem Herrn
und tu dies bereitwillig und gern,
halt dich von Lästereien und
Lästerzungen fern,
folge einem klaren und reinem Stern,
und du solltest dich nicht nach Besitztümer
anderer verzehrn,
sei zufrieden mit dem,
was du bekamst von deinem Herrn,
sieh nach hinten, damit du erkennst,
wie reich du bist,
wieviel Überflüssiges
du dein Eigen nennst.

Reichtum, das ist nicht Macht nicht Geld,
nein, es sind nur vergängliche
Dinge dieser Welt.
Der größte Reichtum liegt in dir drin,
schau nur einmal genauer hin!
Höre auf die mahnende Stimme in dir,
wende dich ab vom heute und hier.
Überfluß bringt nur Verdruß,
du willst mehr und mehr,
dann dauert es nicht lang und
dein Haus der Barmherzigkeit ist
einsam und leer.
Dann meinst du, du brauchst es
ja eh nicht mehr
und reißt es letztendlich ein
und setzt an seine Stell' Protzes
eiskalten, harten Stein.

Wenn du dann irgendwann
nur noch Gebein,
wirst du in der Erde schrein,
willst noch einmal zurück geh'n,
ist dein Flehn,
jedoch zurück geht es nicht,
nur noch nach vorn,
wo dann schon wartet auf dich deines
Herrn Zorn!
Seid barmherzig, folgsam und gut,
so mahnt uns das heil'ge Buch,
damit ihr nicht erntet am Ende
eures Herrn Fluch!

2004

 

DAS HUNGERNDE KIND

Schließt eure Augen.
Benutzt nun zum sehen
euer Herz.
Seht ihr dort, dieses kleine
verhungernde Kind?
Seht ihr die Ärmchen,
die hilfesuchend in eure
Richtung ausgestreckt
bittend sind?

Seht ihr die dünnen
Arme und Beinchen,
das ausgemergelte Gesicht?
Den riesig vom Hunger
aufgeblähten Bauch,
seht ihr den auch?
Die Äuglein blicken schon
fast teilnahmslos und leer.
Ist dieser Anblick nicht
unerträglich und schwer?

Es braucht so wenig,
um dieses kleine
Menschlein zu retten.
Solange es hungernde
Menschen gibt,
haben wir keinerlei Recht,
uns in Zufriedenheit
zu betten.
Müssen moderne Schuhe,
ständig neue Kleidung
und viel zu viele Kinkerlitzchen
denn wirklich sein?

Frau Nachbarin hat neue
Teller im Schrank zu stehn,
Das Gleiche möcht man
bei sich jetzt sehn.
All die ständig neuen Dinge,
sie müssen doch nicht
wirklich sein.
Setzt dieses Geld lieber
für die Hungernden ein.

Unser Herr versorgt uns,
daß ein jeder
satt werden kann,
und dennoch gibt es
Menschen auf der Welt,
welche hungern, wie
dieses kleine Kind.
Reiht euch nicht ein
in die Rige der Maßlosen
und Ungerechten.

Verspürt ihr nicht auch
dieses große Wut
und wie weh es dem
Herzen tut?
Die Seele findet keine Ruh
und man denkt an die
Notleidenden immerzu.
Gebt euren Herrn ein
gutes Darlehen, damit
sterbende Kinderaugen
in eine glückliche Zukunft sehen,
könnt ihr, was ich
sagen will verstehen?

Habt ihr einem solchen Kind
eine Zukunft gegeben,
so gereicht euch das
für Gutes im nächsten Leben.
Nun kann man sich
in Frieden zur Ruhe betten,
denn was man tun kann,
hat man vollbracht,
und hat sich dabei auch noch
selbst ein Geschenk gemacht.

Jenen, die maßlos das
Eigentum anderer aufzehren
erteiltet ihr eine Lektion
in Menschlichkeit.
Sie aber werden belächelnd
diese menschliche Größe
nicht erkennen,
weil sie damit beschäftigt sind,
den Reichtümer dieser Dunja
hinterher zu rennen.

Wer viel hat,
will immer noch mehr,
das teilen fällt jenen
unsagbar schwer.
Sie häufen in ihren Seelen
Dunkelheit auf Dunkelheit.
Ihr jedoch habt eure Seelen
daraus befreit.

Wenn ihr also wieder
völlig unnütz ausgeben
wollt die Mittel,
die unser Herr euch hat
zu eurer Nutzung überlassen,
so seid nicht wie jene,
die die Barmherzigkeit und
die Menschlichkeit hassen
und jedwige Chance
zu ihrer Erettung
ungenutzt verstreichen lassen.

Denkt immer an die
an die ausgestreckten Ärmchen
von einem hungernden Kind
und handelt so,
als wenn es eure
eigenen Kinder sind.



2004

 

Das Marienkäferhaus oder die Ignoranz

Stürmte ein Rüsselkäfer
ins Haus der Marienkäfer rein,
schrie."Was? Ihr wollt
keine Rüsselkäfer sein?
Dann stuf ich euch als
Terroristen ein!"
Daraufhin schlug er alles
kurz und klein
und sagte zu sich:
'so, was bei denen von
Wert ist, ist jetzt mein.'
Viele, viele Marienkäfer
an der Zahl
erdulden Folter und
gar grausig Qual.
Und wer von den
Marienkäfern noch nicht tot,
erleidet schlimmste Not,
und das nicht nur am
knappen Brot.
Alle Käfer auf der Welt
sahen zu, wie die
Ungerechtigkeit
ihren Einzug hält.
Viele riefen:
"Nein! Das darf nicht sein!"
And're aber von denen,
welche saßen im Überfluß
freuten sich:
Oh fein, es muß jetzt
wahres Glück im
Marienkäfer-Hause sein.'
Da fragt man sich:
'wo ist der gesunde
Käferverstand nur hin???'
Ah ja!
Sie sitzen ja nicht selbst
als Marienkäfer
in diesem Hause drin.'
Sie geben weiter der
Tintenkleckser bla bla bla,
aber eigentlich sollt
man meinen,
wissen sie, es ist nicht wahr.
Über so viel Ignoranz
kann man kopfschüttelnd
nur noch weinen.
 

2004

 

Senden Sie e-Mails mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: info@muslim-markt.de 
Copyright © seit 1999 Muslim-Markt