Im Namen des Erhabenen  
  Fatimah Zahra Cacha
 

Gedichte von Fatimah Zahra

Sammlung 19

OH SAKINA

Oh kleine Sakina, warst
du auch selbst in Not,
so hast du dennoch
mit jedem geteilt dein
täglich Brot.
Geteilt hast du alles,
was du besessen,
hast niemals die
Anderen vergessen.
Oh kleine Sakina,
welch furchtbare Dinge
mußten deine jungen
Augen sehen,
All das Grausige,
was in Kerbela
ist geschehen.
Der geliebte Vater und
viele der Deinen,
abgeschlachtet, ermordet, tot.
Die wenigen Überlebenen
deiner edlen Familie
in bitterster Not.
Dein Onkel Abbas,
Wasser holen wollte er
für die durstenden
Kinder und Frauen,
sie alle taten seiner Fahne
nachschauen.
War es bis zur Wasserstelle
auch nur ein
kleines Stück,
der Vater brachte die Fahne,
getränkt von des geliebten
Onkels Blut zurück.
Nun wußtest du,
dein geliebter Onkel war fort.
Nie wieder sprachst du
über deinen Durst
auch nur ein einziges Wort.
Und die Verbrecher fielen
über deinen Vater her,
es gab für ihn nun
kein Diesseits mehr.
Als du wußtest, dein geliebter
Vater würde nicht mehr
bei dir sein, stellte sich
nie wieder ein Lächeln
auf deinem Gesichtchen ein.
Nach quälendem Marsch
hinter Damaskus Kerkermauern
sollte dein Verweilen in
dieser Dunja
nicht mehr lange dauern.
Die Zeit für das Morgengebet
trat ein, jedoch die
kleine Sakina konnte
nun nicht unter den
Betenden sein.
Oh Sakina, du Liebling
deines Onkel Abbas,
Oh Sakina, des Vaters
kleiner Sonnenschein,
laut hört man deine Mutter
vor Verzweiflung schrei'n.
Dein kleines Herz,
es schlug nicht mehr,
die offnen Augen blickten leer.
So viel durchlebte
furchtbarste Not,
und nun, kleine Sakina,
bist du tot.

Muslime nannten sich jene,
die tragen dafür die Schuld,
daß du geraten bist
in schlimmste Bedrängnis
und Not und fandest
mit nur vier oder fünf Jahren
hinter finstersten
Kerkermauern den Tod.
Es ist so furchtbar,
was sie erleiden mußten,
obwohl ihre verfluchten Mörder
um ihren hohen Rang
bei ihrem Schöpfer wußten.
Sie wurden verraten durch
Geldgier, Feigheit, Gleichgültigkeit,
aber sind wir nicht heute
auch wieder so weit?
Provitgier, Machthunger, streben
nach Taschen voller Geld,
sind die Verderbnisse dieser Welt!
Gleichgültigkeit, Ignoranz
und des Geldes Tanz,
all das ist zwischen damals
und heute so erschreckend gleich.
Wieder ein Trunkenbold,
ein Yazid, der mordend
durch die Weltgeschichte zieht.
Wieder werden Gerechtigkeit und
Ehrbarkeit zu Markte getragen,
und wieder ist es verpönt,
die Wahrheit zu sagen.
Möchte jemand keusch und
ehrbar leben, ist es für sie
Terror-Streben!
Und noch immer verschwinden
Kinder und Frauen hinter
Gefängnismauern.
Man hört zwar hier
und da mal ein Bedauern,
doch der ganz große
Aufschrei der Empörung,
der blieb aus.
Wie abgestumpft ist denn
die Menschheit,
die derart nicht verhindern kann.
Ja, man prangert dieses
und jenes mal an,
und? Ändert sich was daran???
Nein, es müßte schon
das eig'ne Kind,
die eigne Frau sein,
daß sich der massivste Protest
stellt ein.
Ja, es gab auch viel : "Haltet ein!",
und: "Laßt das feige Morden sein:"
Aber was nutzt es,
wenn ein mordendes,
von Macht berauschtes Wesen,
die Menschlichkeit
auskehrt mit eisernem Besen?!
Der Großteil der Menschheit
sagt zwar NEIN, das
darf nicht sein!
Es ist das Geld, was sie
an der Spitze hält und
jeden von ihnen auffängt, der
meint, er sei der Richter der Welt,
der meint, er kann verfahren,
wie immer auch es ihm gefällt,
Und solange ganz ungeniert
die Unwissenheit die Welt regiert,
solange nicht ein riesiger
Aufschrei der Menschheit
wie ein donnernder Blitz
dazwischen fährt, solange
wird das Unrecht regieren,
solange werden noch viele
kleine Sakinas sterben,
gemordet von der
Grausamkeit Schergen.

Sollt' Euer Streben
Wissen um Sakina sein,
so schaut mal bitte
bei Natascha rein.
Sie erzählt Euch
die traurige Geschicht',
welche sich find
in meinem Gedicht.



2004

 

Sagt nicht, es geht euch nichts an

Oh Kummer und Schmerz,
weinendes Herz.
Voll Traurigkeit,
die Seele wie gelähmt.
Dieses grausige Morden,
wann hört es endlich auf.
Diese Qualen unschuldiger
Menschen!
Weggesperrt hinter
des Satans Türen.
Selbst vor Frauen und
Kindern macht es nicht halt!

Ich kann ihre Angst,
ihr Entsetzen,
ihre verzweifelten Schreie
spüren.
Unglaublich,
was entmenschlichte Bestien
bereit sind
anderen Menschen anzutun!
Und das alles nur
zur Befriedigung
primitievster Perversion
und den kranken Köpfen
in der Führung
einer weitestgehend
ungebildeten Nation.

Sieh dir zu Hause deine
Liebsten an.
Frage dich darauf dann,
was würdest du tun,
wäre es deine Frau,
dein Kind oder auch
dein Mann.
Spüre diese
tiefe Verzweiflung.
Handle, nimm es nicht
als gegeben hin.
Gib dem Wort
"Menschlichkeit"
einen Sinn.

Sage nicht, es geht
dich nichts an.
Um aufzustehen gegen
die Ungerechtigkeiten
dieser Welt
muß man nicht
unbedingt sein ein Held.
Es zerreißt das Herz,
spürst du nicht auch diesen
unglaublichen Schmerz?
Reihe dich ein
in den weltweiten Protest,
auf daß die Unmenschlichkeit
gestoßen wird
von ihrem Podest!

2004

 

SAYYIDATE-N-NISA

Der edle Vater für
vierzig Tage zurück gezogen
genährt von
paradiesischen Früchten
um dich, oh heilige Fatimah
zu empfangen,
das edelste weibliche Wesen,
welches die Schöpfung jemals sah.
und dein Erscheinen war nah,
als er, unser edler
heiliger Prophet zurück kehrte
zu seiner geliebten Khadeejah,
der allerersten Muslima.

So viel Leid mußtest du sehen
sehen von all jenen,
welche nicht zu deinem
unvergleichlichen Vater standen
und sich an ihre Götzen banden.
so viel Tränen und Schmerz
lagen auf deinem kleinen Herz
die Verbindung zum
geliebten Vater war sehr stark,
deshalb war dein Leiden so arg.

Aus der Heimat verbannt,
die geliebte Mutter tot,
in der Wüste,
so viel Leid und Not.
Doch dann war die Rettung nah,
es waren die Juden aus Yadrib da
sie luden euch ein
ihre neuen Nachbarn zu sein.
Nun war es für Dich soweit,
die Zeit als Gemahlin war
für Dich bereit.

Für sein geliebtes Kind,
der besten aller Frauen,
strahlend schön,
des heil'gen Vaters Ebenbild,
wen sollte man dich anvertrauen?
Es konnte nur einer sein
jener, der für deine Mahr
verkauft sein Schild
der ebenso gut und rein.
Nur Ali ganz allein
konnte es sein.
Es fügte sich Licht zu Licht,
wie der Gesandte spricht.

Oh Mutter der edlen Reinen,
Die Zeit für deinen
heiligen Vater war gekommen,
er kehrte zurück zu seinem Herrn.
Man hat euch
euer Recht genommen,
Dir hat man Fadak gestohlen,
das Recht auf Nachfolge
deines heiligen Gemahls
an sich gerissen
ganz unverhohlen.

Aber damit noch
nicht genug,
Sie bedrängten euch in
eurem Zuhaus
und drohten euch
sie machten
ein Flammenmeer daraus.
Man drang ein mit Gewalt
Zwischen Tür und Wand
fandest du keinen Halt.

Geschlagen und eingezwängt
vom Unrecht derart bedrängt
hast du dein Kind,
was noch nicht
geboren auf diese
schreckliche Art verloren.
Der Verlust, er war sehr schwer,
die Kräfte schwanden
mehr und mehr.

Im Zorn verließest
du diese Welt,
begraben, keiner weiß
an welchem Ort.
Die einzigartige Zierde
unserer Religion,
gequält, getötet von der
Machtgier-Union.
Oh Zahraa,
niemals wird man dein
Licht zum Erlöschen bringen.
Um eines Tages in deiner
Nähe zu sein,
darum werde ich im
Diesseits ringen.



2004

 

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