MM: Das von Ihnen verwendete Pseudonym
besteht aus den Namen 'Harun (Aaron)' und 'Yahya (Johannes)' und sie geben
an es im geschätzten Andenken der zwei Propheten, die gegen den Unglauben
kämpften zu nutzen. Können Sie uns erklären, warum Sie insbesondere diese
beiden Propheten auswählten?"
Oktar: Wie Sie wissen, unterstützte der
Prophet Moses den Kampf, der zur Zeit des Propheten Aaron gegen den
tyrannischen Pharaonenkönig geführt wurde und der Prophet Johannes
unterstützte den Propheten Jesus gegenüber den leugnerischen
Gesellschaften. Der Grund, weshalb ich dieses Pseudonym verwende, ist
darin zu suchen, dass ich die achtungsvolle Erinnerung an diese beiden
Propheten, die gegen leugnerische Gedanken kämpften, bewahren und deren
Namen ins Gedächtnis rufen möchte.
MM: Was ist Ihre Ansicht zum
Antisemitismus?
Oktar: Jeder Muslim hat die jüdische
Religion und die Juden so zu sehen, wie es im Qur'an mitgeteilt ist. Allah
bezeichnete im Qur'an die Juden ebenso wie die Christen als Besitzer von
Offenbarungsreligionen. Die Juden glauben wie die Muslime an den gleichen
Gott und gehorchen mit Liebe und Achtung den von Gott geschickten
Propheten. So wichtig wie die Propheten Abraham, Isaak, Joseph, Moses,
David und der Prophet Salomon für die Juden sind, so wichtig sind diese
für die Muslime. Die Proklamation der Muslime für die Juden und die
Christen wurde im Qur'an so mitgeteilt: "Wir glauben an das, was zu uns
herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde; und unser Gott und
euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben." (Qur'an, 29:46, Sure
al-Ankabut) Alle sozialen Beziehungen zwischen Muslimen und Juden haben im
Rahmen von Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit stattzufinden und das
Verhalten der Muslime gegenüber den Juden soll jederzeit kompromissfähig,
vergebend und tolerant sein. Zu unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte
waren die Juden schwerster Unterdrückung bis hin zum Völkermord
ausgesetzt. Das wichtigste Element, das zur dessen Vorbereitung diente,
war der Antisemitismus. Er war im 20. Jahrhundert für zahlreiche
Katastrophen verantwortlich. Die eigentliche Bedeutung dieses Ausdrucks,
der im allgemeinen als Judenfeindlichkeit verstanden wird, ist
Semitenfeindlichkeit; er bezeichnet also den Hass gegen Angehörige der
Semiten, Feindschaft gegen die semitische Religionsgemeinschaft. Der Grund
für diese Feindschaft ist in dem Hass gegen die ihnen offenbarte Religion
zu suchen. So gesehen ist der Judenhass, der sich im Nationalsozialismus
und ähnlichen faschistischen Ideologien zeigt, eigentlich ein Hass auf die
Religion. Deshalb ist der Antisemitismus für den Muslim unmöglich.
Die Muslime verteidigen das Recht der Juden, in
Ruhe und Frieden zu leben. Dieses Prinzip der Muslime führte in der
gesamten Geschichte dazu, dass die Juden in schwieriger und bedrückender
Zeit Zuflucht auf islamischen Boden fanden. Das Osmanische Reich öffnete
für die aus Spanien vertriebenen Juden die Tore und die Osmanen brachten
tausende von Juden unter, die aus ihrer Heimat geflohen waren. Auf
islamischen Boden gab es niemals die in der christlichen Welt an der
Tagesordnung gewesene antisemitische Unterdrückung. Jahrhunderte lang
lebten auf islamischen Boden Juden und Christen in Ruhe und Sicherheit
brüderlich miteinander. Es ist ein Prinzip des Islams, diese Atmosphäre
der Sicherheit zu schaffen. Auf der Webseite
http://www.islamverurteiltantisemitismus.com können Sie zahlreiche
Artikel zum Antisemitismus finden, aber auch zum gemeinsamen Glauben von
Juden und Muslimen sowie zu den verschiedensten Praktiken der
Unterdrückung, der die Juden jahrtausendelang ausgesetzt waren.
MM: In Ihren Büchern sprechen Sie vom
Dialog zwischen dem Islam, dem Judentum und dem Christentum. Was glauben
Sie, auf welcher Grundlage und anhand welcher Prinzipien dieser Dialog
stattfinden kann?
Oktar: Wir leben in einer Zeit, in der die
Welt vielleicht mehr als alles andere Frieden, Freundschaft und
Brüderlichkeit braucht. Die Auseinandersetzungen und die Spannungen, die
das 20. Jahrhundert geprägt haben, gehen auch im neuen Jahrhundert
unvermindert weiter. Überall auf der Welt leiden unschuldige Menschen.
Trotz des dringenden Bedürfnisses nach stärkerer
Solidarität und mehr Hilfsbereitschaft ist es ein besonderes Problem, dass
manche Kreise immer noch Auseinandersetzungen insbesondere zwischen den
beiden großen, verwurzelten Kulturen der Welt anfachen. Es ist jedoch
klar, dass eine Auseinandersetzung der Zivilisationen, so wie sie von
diesen Menschen gefordert wird, zu einer großen Katastrophe für die
gesamte Menschheit führen wird. Ein Weg zur Verhinderung dieser
Katastrophe besteht darin, den Dialog zwischen den Zivilisationen und
deren Zusammenarbeit zu stärken. Das ist gar nicht so schwer. Denn
zwischen der islamischen und westlichen Welt bestehen keine so tiefen
Unterscheide, wie von manchen behauptet wird. Ganz im Gegenteil, es
existieren zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen der islamischen und der
westlichen Zivilisation, deren beider Grundlage ja die jüdisch-christliche
Kultur ist. So ist es nicht schwer, diese Gemeinsamkeiten als Basis zu
nehmen und Hand in Hand eine Lösung für die Probleme dieser Welt zu
finden. Und dies gilt umso mehr, wenn man sich den Zustand vor Augen hält,
in dem sie sich befindet.
Es ist eine Tatsache, dass sich auf der Welt
heute die gedankliche Auseinandersetzung fortsetzt und dass die Welt in
zwei Lager geteilt ist. Doch sind nicht etwa Muslime oder Juden und
Christen die Bewohner dieser beiden Lager. Auf der einen Seite befinden
sich vielmehr diejenigen, die an die Existenz Allahs und dessen Einheit
glauben, auf der anderen Seite die Leugner; Anders gesagt: Auf der einen
Seite sind all die, die an die göttlichen Religionen glauben, und auf der
anderen Seite all die, die Ideologien verteidigen, die diesen Religionen
entgegenstehen. Nun ist es eine bewiesene Tatsache, dass die Machtzentren,
die es auf die religiösen und sittlichen Werte abgesehen haben, die in
ihren Händen befindlichen Möglichkeiten vereinigten und sich in Form einer
Allianz gegen religiöse Menschen wenden. Es gibt einen einzigen Weg, um
diese Allianz in ideeller Bedeutung unschädlich zu machen, um die
negativen und zerstörerischen Ergebnisse der antireligiösen,
materialistischen Einflüsterungen aufzuheben und Gesellschaften entstehen
zu lassen, in denen gute Moral, Glück, Ruhe, Sicherheit und Wohlstand
vorherrschen: Das Zusammenbringen aller gewissenhaften Menschen auf der
Welt, also der aufrichtig glaubenden Christen, der religiösen Juden und
der Muslime zu einem einzigen gemeinsamen Ziel.
In der Vergangenheit kam es zwischen den
Angehörigen dieser drei göttlichen Religionen aus den verschiedensten
Gründen zu mancherlei Auseinandersetzungen und Streitigkeiten. Diese
jedoch resultierten nicht aus dem Wesen von Judentum, Christentum und
Islam, sondern aus den falschen Entscheidungen und Gedanken von Staaten,
Gesellschaften und Individuen, die meist wegen wirtschaftlicher oder
politischer Vorteile oder Erwartungen getroffen wurden. Denn eines der
gemeinsamen Ziele der drei göttlichen Religionen ist das Zusammenleben
aller Menschen in Frieden, Ruhe, Sicherheit und Glück; eine dieser Maxime
widersprechende Auseinandersetzung gilt in allen drei Religionen als
falsch.
In allen meinen Schriften und Büchern erkläre ich
im Licht der heiligen Schriften, dass Christen, Juden und Muslime über
gemeinsame Grundlagen, gemeinsame Gebete und gemeinsame sittliche
Wertvorstellungen verfügen und dass sie gemeinsamen Gefahren
gegenüberstehen; Gleichzeitig rufe ich die Besitzer der
Offenbarungsschriften, also Juden und Christen, zu einer Allianz auf, wie
sie im Qur'an auch unser Herr von uns forderte. Der Zweck dieses Aufrufes
ist zum einen die Vereinigung aller gläubigen Menschen in Richtung auf
gemeinsame Ziele, zum anderen die Aufforderung zum Widerstand gegen den
Atheismus, die Religionsfeindlichkeit und die Degeneration der sozialen und
sittlichen Werte, sowie zur Verbreitung der guten Moral. Dieser Aufruf
ergeht an alle aufrichtigen, gewissenhaften, toleranten, hilfsbereiten und
aussöhnungsbereiten Menschen, die über gesunden Menschenverstand verfügen
und Frieden und Gerechtigkeit wollen, also an alle Juden, Christen und
Muslime. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir alle an einen Gott glauben und
dass wir uns um die Verbreitung und das beispielhafte Vorleben der guten
Moral bemühen, die uns unser Herr befahl.
MM: Ein Schwerpunkt ihrer
Veröffentlichungen liegt in der Evolutionstheorie. Warum haben Sie sich so
sehr auf dieses eine Thema vertieft?
Oktar: Bekennende Muslime müssen die
Fähigkeit haben, festzustellen unter welchen Einflüssen die Gesellschaft
steht und welche Einflüsse sie von der Religion entfernen, und diese
Elemente in ideeller Weise zu bekämpfen. Betrachten wir die Gesellschaften
heute, dann erkennen wir, dass eines der wichtigsten Elemente, die die
Menschen vom Leben nach den religiösen Geboten abhalten, die Zerstörung
ist, die nichtreligiöse Ideologien in der Gedankenwelt der Gesellschaften
angerichtet haben. Die zerstörerischsten Ideologien sind der Atheismus und
der Materialismus. Der Materialismus, dessen Wurzeln bis zu den Sumerern
reichen, gewann im 19. Jahrhundert mit der von Charles Darwin
aufgestellten Evolutionstheorie wissenschaftliche Unterstützung, und die
Materialisten glaubten mit dieser unwissenschaftlichen Theorie eine
Antwort auf die seit Jahrhunderten unbeantwortete Frage "Wie entstanden
das Universum und das Leben?" gefunden zu haben. Dieser verirrte Glaube
führte zu großen Zerstörungen innerhalb der Gesellschaften. Die unsinnige
Weltanschauung der Verleugnung der Existenz Allahs und der religiösen
Moral, sowie die Einflüsterung der Lüge, dass die Menschen niemandem
gegenüber verantwortlich seien, führte zu einer Zunahme von egoistischen,
aggressiven und unbarmherzigen Individuen, und schlimmer noch, sie führte
dazu, dass diese Beispiele schlechter Moral als vernünftig betrachtet
werden. Tugenden, die die religiöse Moral die Menschen lehrte,
Hilfsbereitschaft, Opferbereitschaft, Geduld und Loyalität sind dabei, aus
dem Leben der Gesellschaften zu verschwinden. Die seit Mitte des 20.
Jahrhunderts stattfindenden Fortschritte in den Wissenschaften lieferten
Beweise, dass die Evolutionstheorie auf einer großen Sophisterei beruht.
Doch diejenigen, die diese Theorie vertraten und deren Propaganda
betrieben, haben dies nur aus ideologischen Gründen getan. Und sie wissen
auch ganz genau, dass mit der erwiesenen Ungültigkeit der Darwinschen
Theorie die ihr eigene Weltanschauung einstürzt, dass also die Ideologien
des Materialismus und des Atheismus zusammenbrechen.
Ein Mensch, der erkennt, dass das Universum und
er selbst nicht das Werk des Zufalls sind, wie Darwinisten und
Materialisten behaupten, wird natürlich die Antwort auf die Frage nach dem
Ursprung suchen, und diese Suche wird ihn zu der Tatsache führen: Ein
überragender Schöpfer schuf alles Existierende aus dem Nichts. Der Mensch,
der diese Tatsache verstanden hat, wird sein Leben ganz natürlich
entsprechend den Befehlen dieses Schöpfers gestalten, er wird also
beginnen, nach der religiösen Moral zu leben. Für diejenigen jedoch, die
Jahrhunderte lang die religiösen Sitten bekämpften, ist dies eine große
Niederlage. Diese Tatsache ist auch die Grundlage der heutigen
starrsinnigen Verteidigung des Darwinismus. Hier kommen wichtige Aufgaben
auf die Muslime zu. Die Muslime müssen, um die religiöse Moral erklären zu
können, zunächst die ideellen Beweggründe aufheben, die die Ursache für
die Abkehr der Menschen von der religiösen Moral darstellt, sowie die
geistige Verschmutzung der Gesellschaften beheben. Der ideelle
Zusammenbruch von Atheismus und Materialismus verlangt die Beseitigung von
deren Grundlage. Es ist offensichtlich, dass eine Ideologie sich nicht
halten kann, wenn deren Grundlagen zerstört sind. Deshalb sind das
Aufdecken des wahren Gesichts des Darwinismus, seiner mangelnden Logik,
seiner Irrtümer und die Erklärung, dass er über keinerlei
wissenschaftliches Fundament verfügt wichtig, um die Menschen diesen
großen Irrtum zu erklären und dafür zu sorgen, dass sie den richtigen Weg
sehen.
MM: Was sind Ihre Zukunftspläne und welche
Projekte sind derzeit in Arbeit?
Oktar: Der Befehl Allahs an die Muslime
lautet, die Menschen zur Befolgung der Moral des Qur'an aufzufordern und
sich unermüdlich um die Verbreitung der islamischen Moral auf der ganzen
Welt zu bemühen. Im 55. Vers der Sure An-Nur überbringt Allah den
Gläubigen die frohe Botschaft, dass er, wenn sie glauben, ohne Ihm
beizugesellen, Er ihnen, ebenso wie den vorherigen Gläubigen zu Kraft und
Macht verhilft. Dies bezeichnet die weltweite Herrschaft der islamischen
Moral. (Die Wahrheit kennt nur Allah) Während unser Herr uns diese frohe
Botschaft überbringt, ist es von höchster Bedeutung, dass alle Muslime zur
Verwirklichung dieser gesegneten Nachricht beitragen. Die Verbreitung der
qur'anischen Moral sichert in dieser Welt das Ende von Tyrannei und Leid
und sorgt für bleibenden Frieden und dauerhafte Sicherheit. Mein Ziel
besteht darin, in möglichst kurzer Zeit möglichst vielen Menschen die
Verkündigung Allahs zu überbringen.
MM: Ihre Schriften sind professionell und
in bester Qualität angefertigt und werden gleichzeitig in zahlreiche
Sprachen übersetzt. Wie finanzieren sie die vielen Arbeiten?
Oktar: Der Druck der Bücher in
unterschiedlichen Sprachen wird von den Verlagen finanziert, die in dieser
Sprache veröffentlichen. Ein Verlag in der Türkei bedient die aus
verschiedenen Ländern kommende Nachfrage nach dem Druck von Büchern. So
werden zum Beispiel meine Bücher in England von 5-6 unterschiedlichen
englischen Verlagen gedruckt. Wir arbeiten in den USA, Frankreich,
Südafrika, Indonesien, Pakistan und anderen Ländern mit mehr als einem
Verlag zusammen. Die Übersetzung der Bücher, die Druckkosten und
Distribution werden wieder von diesen Verlagen übernommen. Der aus diesen
Verkäufen stammende Gewinn bestreitet die Druckkosten der türkischen
Fassung beim türkischen Verlag.
MM: Zweifelsohne ist das Zusammenleben der
verschiedenen Religionen und Kulturen in den letzten Jahren zumindest aus
Sicht der Medien problematischer gestaltet worden. Was können Ihrer Meinung
nach die Gläubigen aller Religionen dazu beitragen, dass nicht der Kampf der
Kulturen sondern der Dialog und das Miteinander der Kulturen obsiegt?
Oktar: Der "Zusammenprall der
Zivilisationen", den manche Kreise mit großem Bemühen am Leben zu halten
versuchen, ist ein Szenario, das nicht mit der Realität übereinstimmt.
Historische Erfahrungen zeigen deutlich, dass das Nebeneinanderleben von
unterschiedlichen Zivilisationen nicht unbedingt ein Grund für Spannungen
und Auseinandersetzungen ist. Ein Staat, der unterschiedliche Kulturen
beherbergt, begegnet Problemen nicht wegen dieser Unterschiede, sondern
allenfalls wegen der Art und Weise, wie er diese Unterschiede lenkt, bzw.
nicht lenkt. Die nebeneinander lebenden Zivilisationen wählen entweder den
Weg von Auseinandersetzung oder Frieden und Zusammenarbeit, je nachdem, ob
sie einander in Toleranz begegnen oder ob sie intolerante Individuen nicht
unter Kontrolle halten können. Heute gibt es sowohl im Westen wie auch in
der islamischen Welt Menschen, die anstelle von Toleranz und Verständigung
Feindschaft und Auseinandersetzung wählen. Deshalb setzen sich bezüglich des
Islam und der Muslime falsches Verständnis und Voreingenommenheit fort, was
für die islamische Welt zu mancherlei Schwierigkeiten führt. Der Westen
wiederum ist aufgrund seiner verschiedenen falschen Ansichten unnötig
besorgt.
Um eben dieses falsche Verständnis aus der Welt zu
schaffen, muss es die grundlegende Politik der islamischen Welt sein, allen
Menschen Liebe, Frieden und Toleranz als Grundlage der wahren islamischen
Moral zu erklären. So wie ich in allen meinen Büchern betone, dass die
islamische Religion eine Religion der Liebe ist, die jede Form der Gewalt,
Auseinandersetzung, Streit und Terror ablehnt, muss dies den Menschen im
Licht der qur'anischen Verse und der Hadithen des Propheten Muhammad (Friede
sei mit ihm) erklärt werden. Doch auch der Westen muss sich von seinen
Vorurteilen trennen und mit einvernehmlichem Verständnis Schritte
unternehmen, um sich mit den Muslimen auf einen gemeinsamen Nenner zu
einigen. Dieser gemeinsame Nenner besteht aus den gemeinsamen
Glaubensinhalten der drei großen Religionen. Wir dürfen nicht vergessen,
dass wir alle an den gleichen Gott glauben. Wir bemühen uns alle, die gute
Moral zu leben und zu verbreiten, die uns unser Herr befahl. Doch die
Glaubensüberzeugungen der Besitzer der Offenbarungsschriften stimmen mit den
Muslimen nicht nur in Glaubensthemen überein, sondern auch in ihren
sittlichen Werten. In einer Welt, in der wie heute unsittliches Verhalten
wie Prostitution, Homosexualität und Drogenabhängigkeit, aber auch das
Modell eines egoistischen, nur seine eigenen Interessen verfolgenden und
unbarmherzigen Menschen immer mehr Verbreitung findet, glauben die Besitzer
der Offenbarungsschriften und die Muslime an die gleichen Tugenden: Ehre,
Keuschheit, Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Anstand, Zuneigung,
Barmherzigkeit und Liebe ohne Gegenleistung.
Schließlich erteilte Allah im Qur'an den Muslimen
einen Befehl, der die Besitzer der Offenbarungsschriften betrifft, nämlich
diese mit einem gemeinsamen Wort zur Vereinigung zu rufen:
Sprich: "O Volk der Schrift, kommt herbei zu
einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein
dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die
anderen zu Herren nehmen außer Allah." (Qur'an, 3:64, Sure Al-Imran)
MM: Herr Oktar, wir danken Ihnen
für das Interview.