Im Namen des Erhabenen  
  Interview mit Adnan Oktar
 

Muslim-Markt interviewt 
Adnan Oktar alias Harun Yahya

19.4.2005

Harun Yahya alias Adnan Oktar (Jahrgang 1956) ist als Autor weltweit bekannt. Er begann seinen intellektuellen Einsatz im Jahre 1979 während seiner Ausbildung an der Kunstakademie der Universität Mimar Sinan. Dort begann er sich den moralischen und ihm heiligen Werten zu widmen, an denen er bis heute festgehalten hat und die er auch anderen Menschen insbesondere in Form von inzwischen mehr als Hundert Büchern zu vermitteln versucht. Oktar ist verheiratet.

MM: Das von Ihnen verwendete Pseudonym besteht aus den Namen 'Harun (Aaron)' und 'Yahya (Johannes)' und sie geben an es im geschätzten Andenken der zwei Propheten, die gegen den Unglauben kämpften zu nutzen. Können Sie uns erklären, warum Sie insbesondere diese beiden Propheten auswählten?"

Oktar: Wie Sie wissen, unterstützte der Prophet Moses den Kampf, der zur Zeit des Propheten Aaron gegen den tyrannischen Pharaonenkönig geführt wurde und der Prophet Johannes unterstützte den Propheten Jesus gegenüber den leugnerischen Gesellschaften. Der Grund, weshalb ich dieses Pseudonym verwende, ist darin zu suchen, dass ich die achtungsvolle Erinnerung an diese beiden Propheten, die gegen leugnerische Gedanken kämpften, bewahren und deren Namen ins Gedächtnis rufen möchte.

MM: Was ist Ihre Ansicht zum Antisemitismus?

Oktar: Jeder Muslim hat die jüdische Religion und die Juden so zu sehen, wie es im Qur'an mitgeteilt ist. Allah bezeichnete im Qur'an die Juden ebenso wie die Christen als Besitzer von Offenbarungsreligionen. Die Juden glauben wie die Muslime an den gleichen Gott und gehorchen mit Liebe und Achtung den von Gott geschickten Propheten. So wichtig wie die Propheten Abraham, Isaak, Joseph, Moses, David und der Prophet Salomon für die Juden sind, so wichtig sind diese für die Muslime. Die Proklamation der Muslime für die Juden und die Christen wurde im Qur'an so mitgeteilt: "Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde; und unser Gott und euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben." (Qur'an, 29:46, Sure al-Ankabut) Alle sozialen Beziehungen zwischen Muslimen und Juden haben im Rahmen von Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit stattzufinden und das Verhalten der Muslime gegenüber den Juden soll jederzeit kompromissfähig, vergebend und tolerant sein. Zu unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte waren die Juden schwerster Unterdrückung bis hin zum Völkermord ausgesetzt. Das wichtigste Element, das zur dessen Vorbereitung diente, war der Antisemitismus. Er war im 20. Jahrhundert für zahlreiche Katastrophen verantwortlich. Die eigentliche Bedeutung dieses Ausdrucks, der im allgemeinen als Judenfeindlichkeit verstanden wird, ist Semitenfeindlichkeit; er bezeichnet also den Hass gegen Angehörige der Semiten, Feindschaft gegen die semitische Religionsgemeinschaft. Der Grund für diese Feindschaft ist in dem Hass gegen die ihnen offenbarte Religion zu suchen. So gesehen ist der Judenhass, der sich im Nationalsozialismus und ähnlichen faschistischen Ideologien zeigt, eigentlich ein Hass auf die Religion. Deshalb ist der Antisemitismus für den Muslim unmöglich.

Die Muslime verteidigen das Recht der Juden, in Ruhe und Frieden zu leben. Dieses Prinzip der Muslime führte in der gesamten Geschichte dazu, dass die Juden in schwieriger und bedrückender Zeit Zuflucht auf islamischen Boden fanden. Das Osmanische Reich öffnete für die aus Spanien vertriebenen Juden die Tore und die Osmanen brachten tausende von Juden unter, die aus ihrer Heimat geflohen waren. Auf islamischen Boden gab es niemals die in der christlichen Welt an der Tagesordnung gewesene antisemitische Unterdrückung. Jahrhunderte lang lebten auf islamischen Boden Juden und Christen in Ruhe und Sicherheit brüderlich miteinander. Es ist ein Prinzip des Islams, diese Atmosphäre der Sicherheit zu schaffen. Auf der Webseite http://www.islamverurteiltantisemitismus.com können Sie zahlreiche Artikel zum Antisemitismus finden, aber auch zum gemeinsamen Glauben von Juden und Muslimen sowie zu den verschiedensten Praktiken der Unterdrückung, der die Juden jahrtausendelang ausgesetzt waren.

MM: In Ihren Büchern sprechen Sie vom Dialog zwischen dem Islam, dem Judentum und dem Christentum. Was glauben Sie, auf welcher Grundlage und anhand welcher Prinzipien dieser Dialog stattfinden kann?

Oktar: Wir leben in einer Zeit, in der die Welt vielleicht mehr als alles andere Frieden, Freundschaft und Brüderlichkeit braucht. Die Auseinandersetzungen und die Spannungen, die das 20. Jahrhundert geprägt haben, gehen auch im neuen Jahrhundert unvermindert weiter. Überall auf der Welt leiden unschuldige Menschen.

Trotz des dringenden Bedürfnisses nach stärkerer Solidarität und mehr Hilfsbereitschaft ist es ein besonderes Problem, dass manche Kreise immer noch Auseinandersetzungen – insbesondere zwischen den beiden großen, verwurzelten Kulturen der Welt – anfachen. Es ist jedoch klar, dass eine Auseinandersetzung der Zivilisationen, so wie sie von diesen Menschen gefordert wird, zu einer großen Katastrophe für die gesamte Menschheit führen wird. Ein Weg zur Verhinderung dieser Katastrophe besteht darin, den Dialog zwischen den Zivilisationen und deren Zusammenarbeit zu stärken. Das ist gar nicht so schwer. Denn zwischen der islamischen und westlichen Welt bestehen keine so tiefen Unterscheide, wie von manchen behauptet wird. Ganz im Gegenteil, es existieren zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen der islamischen und der westlichen Zivilisation, deren beider Grundlage ja die jüdisch-christliche Kultur ist. So ist es nicht schwer, diese Gemeinsamkeiten als Basis zu nehmen und Hand in Hand eine Lösung für die Probleme dieser Welt zu finden. Und dies gilt umso mehr, wenn man sich den Zustand vor Augen hält, in dem sie sich befindet.

Es ist eine Tatsache, dass sich auf der Welt heute die gedankliche Auseinandersetzung fortsetzt und dass die Welt in zwei Lager geteilt ist. Doch sind nicht etwa Muslime oder Juden und Christen die Bewohner dieser beiden Lager. Auf der einen Seite befinden sich vielmehr diejenigen, die an die Existenz Allahs und dessen Einheit glauben, auf der anderen Seite die Leugner; Anders gesagt: Auf der einen Seite sind all die, die an die göttlichen Religionen glauben, und auf der anderen Seite all die, die Ideologien verteidigen, die diesen Religionen entgegenstehen. Nun ist es eine bewiesene Tatsache, dass die Machtzentren, die es auf die religiösen und sittlichen Werte abgesehen haben, die in ihren Händen befindlichen Möglichkeiten vereinigten und sich in Form einer Allianz gegen religiöse Menschen wenden. Es gibt einen einzigen Weg, um diese Allianz in ideeller Bedeutung unschädlich zu machen, um die negativen und zerstörerischen Ergebnisse der antireligiösen, materialistischen Einflüsterungen aufzuheben und Gesellschaften entstehen zu lassen, in denen gute Moral, Glück, Ruhe, Sicherheit und Wohlstand vorherrschen: Das Zusammenbringen aller gewissenhaften Menschen auf der Welt, also der aufrichtig glaubenden Christen, der religiösen Juden und der Muslime zu einem einzigen gemeinsamen Ziel.

In der Vergangenheit kam es zwischen den Angehörigen dieser drei göttlichen Religionen aus den verschiedensten Gründen zu mancherlei Auseinandersetzungen und Streitigkeiten. Diese jedoch resultierten nicht aus dem Wesen von Judentum, Christentum und Islam, sondern aus den falschen Entscheidungen und Gedanken von Staaten, Gesellschaften und Individuen, die meist wegen wirtschaftlicher oder politischer Vorteile oder Erwartungen getroffen wurden. Denn eines der gemeinsamen Ziele der drei göttlichen Religionen ist das Zusammenleben aller Menschen in Frieden, Ruhe, Sicherheit und Glück; eine dieser Maxime widersprechende Auseinandersetzung gilt in allen drei Religionen als falsch.

In allen meinen Schriften und Büchern erkläre ich im Licht der heiligen Schriften, dass Christen, Juden und Muslime über gemeinsame Grundlagen, gemeinsame Gebete und gemeinsame sittliche Wertvorstellungen verfügen und dass sie gemeinsamen Gefahren gegenüberstehen; Gleichzeitig rufe ich die Besitzer der Offenbarungsschriften, also Juden und Christen, zu einer Allianz auf, wie sie im Qur'an auch unser Herr von uns forderte. Der Zweck dieses Aufrufes ist zum einen die Vereinigung aller gläubigen Menschen in Richtung auf gemeinsame Ziele, zum anderen die Aufforderung zum Widerstand gegen den Atheismus, die Religionsfeindlichkeit und die Degeneration der sozialen und sittlichen Werte, sowie zur Verbreitung der guten Moral. Dieser Aufruf ergeht an alle aufrichtigen, gewissenhaften, toleranten, hilfsbereiten und aussöhnungsbereiten Menschen, die über gesunden Menschenverstand verfügen und Frieden und Gerechtigkeit wollen, also an alle Juden, Christen und Muslime. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir alle an einen Gott glauben und dass wir uns um die Verbreitung und das beispielhafte Vorleben der guten Moral bemühen, die uns unser Herr befahl.

MM: Ein Schwerpunkt ihrer Veröffentlichungen liegt in der Evolutionstheorie. Warum haben Sie sich so sehr auf dieses eine Thema vertieft?

Oktar: Bekennende Muslime müssen die Fähigkeit haben, festzustellen unter welchen Einflüssen die Gesellschaft steht und welche Einflüsse sie von der Religion entfernen, und diese Elemente in ideeller Weise zu bekämpfen. Betrachten wir die Gesellschaften heute, dann erkennen wir, dass eines der wichtigsten Elemente, die die Menschen vom Leben nach den religiösen Geboten abhalten, die Zerstörung ist, die nichtreligiöse Ideologien in der Gedankenwelt der Gesellschaften angerichtet haben. Die zerstörerischsten Ideologien sind der Atheismus und der Materialismus. Der Materialismus, dessen Wurzeln bis zu den Sumerern reichen, gewann im 19. Jahrhundert mit der von Charles Darwin aufgestellten Evolutionstheorie wissenschaftliche Unterstützung, und die Materialisten glaubten mit dieser unwissenschaftlichen Theorie eine Antwort auf die seit Jahrhunderten unbeantwortete Frage "Wie entstanden das Universum und das Leben?" gefunden zu haben. Dieser verirrte Glaube führte zu großen Zerstörungen innerhalb der Gesellschaften. Die unsinnige Weltanschauung der Verleugnung der Existenz Allahs und der religiösen Moral, sowie die Einflüsterung der Lüge, dass die Menschen niemandem gegenüber verantwortlich seien, führte zu einer Zunahme von egoistischen, aggressiven und unbarmherzigen Individuen, und schlimmer noch, sie führte dazu, dass diese Beispiele schlechter Moral als vernünftig betrachtet werden. Tugenden, die die religiöse Moral die Menschen lehrte, Hilfsbereitschaft, Opferbereitschaft, Geduld und Loyalität sind dabei, aus dem Leben der Gesellschaften zu verschwinden. Die seit Mitte des 20. Jahrhunderts stattfindenden Fortschritte in den Wissenschaften lieferten Beweise, dass die Evolutionstheorie auf einer großen Sophisterei beruht. Doch diejenigen, die diese Theorie vertraten und deren Propaganda betrieben, haben dies nur aus ideologischen Gründen getan. Und sie wissen auch ganz genau, dass mit der erwiesenen Ungültigkeit der Darwin’schen Theorie die ihr eigene Weltanschauung einstürzt, dass also die Ideologien des Materialismus und des Atheismus zusammenbrechen.

Ein Mensch, der erkennt, dass das Universum und er selbst nicht das Werk des Zufalls sind, wie Darwinisten und Materialisten behaupten, wird natürlich die Antwort auf die Frage nach dem Ursprung suchen, und diese Suche wird ihn zu der Tatsache führen: Ein überragender Schöpfer schuf alles Existierende aus dem Nichts. Der Mensch, der diese Tatsache verstanden hat, wird sein Leben ganz natürlich entsprechend den Befehlen dieses Schöpfers gestalten, er wird also beginnen, nach der religiösen Moral zu leben. Für diejenigen jedoch, die Jahrhunderte lang die religiösen Sitten bekämpften, ist dies eine große Niederlage. Diese Tatsache ist auch die Grundlage der heutigen starrsinnigen Verteidigung des Darwinismus. Hier kommen wichtige Aufgaben auf die Muslime zu. Die Muslime müssen, um die religiöse Moral erklären zu können, zunächst die ideellen Beweggründe aufheben, die die Ursache für die Abkehr der Menschen von der religiösen Moral darstellt, sowie die geistige Verschmutzung der Gesellschaften beheben. Der ideelle Zusammenbruch von Atheismus und Materialismus verlangt die Beseitigung von deren Grundlage. Es ist offensichtlich, dass eine Ideologie sich nicht halten kann, wenn deren Grundlagen zerstört sind. Deshalb sind das Aufdecken des wahren Gesichts des Darwinismus, seiner mangelnden Logik, seiner Irrtümer und die Erklärung, dass er über keinerlei wissenschaftliches Fundament verfügt wichtig, um die Menschen diesen großen Irrtum zu erklären und dafür zu sorgen, dass sie den richtigen Weg sehen.

MM: Was sind Ihre Zukunftspläne und welche Projekte sind derzeit in Arbeit?

Oktar: Der Befehl Allahs an die Muslime lautet, die Menschen zur Befolgung der Moral des Qur'an aufzufordern und sich unermüdlich um die Verbreitung der islamischen Moral auf der ganzen Welt zu bemühen. Im 55. Vers der Sure An-Nur überbringt Allah den Gläubigen die frohe Botschaft, dass er, wenn sie glauben, ohne Ihm beizugesellen, Er ihnen, ebenso wie den vorherigen Gläubigen zu Kraft und Macht verhilft. Dies bezeichnet die weltweite Herrschaft der islamischen Moral. (Die Wahrheit kennt nur Allah) Während unser Herr uns diese frohe Botschaft überbringt, ist es von höchster Bedeutung, dass alle Muslime zur Verwirklichung dieser gesegneten Nachricht beitragen. Die Verbreitung der qur'anischen Moral sichert in dieser Welt das Ende von Tyrannei und Leid und sorgt für bleibenden Frieden und dauerhafte Sicherheit. Mein Ziel besteht darin, in möglichst kurzer Zeit möglichst vielen Menschen die Verkündigung Allahs zu überbringen.

MM: Ihre Schriften sind professionell und in bester Qualität angefertigt und werden gleichzeitig in zahlreiche Sprachen übersetzt. Wie finanzieren sie die vielen Arbeiten?

Oktar: Der Druck der Bücher in unterschiedlichen Sprachen wird von den Verlagen finanziert, die in dieser Sprache veröffentlichen. Ein Verlag in der Türkei bedient die aus verschiedenen Ländern kommende Nachfrage nach dem Druck von Büchern. So werden zum Beispiel meine Bücher in England von 5-6 unterschiedlichen englischen Verlagen gedruckt. Wir arbeiten in den USA, Frankreich, Südafrika, Indonesien, Pakistan und anderen Ländern mit mehr als einem Verlag zusammen. Die Übersetzung der Bücher, die Druckkosten und Distribution werden wieder von diesen Verlagen übernommen. Der aus diesen Verkäufen stammende Gewinn bestreitet die Druckkosten der türkischen Fassung beim türkischen Verlag.

MM: Zweifelsohne ist das Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Kulturen in den letzten Jahren zumindest aus Sicht der Medien problematischer gestaltet worden. Was können Ihrer Meinung nach die Gläubigen aller Religionen dazu beitragen, dass nicht der Kampf der Kulturen sondern der Dialog und das Miteinander der Kulturen obsiegt?

Oktar: Der "Zusammenprall der Zivilisationen", den manche Kreise mit großem Bemühen am Leben zu halten versuchen, ist ein Szenario, das nicht mit der Realität übereinstimmt. Historische Erfahrungen zeigen deutlich, dass das Nebeneinanderleben von unterschiedlichen Zivilisationen nicht unbedingt ein Grund für Spannungen und Auseinandersetzungen ist. Ein Staat, der unterschiedliche Kulturen beherbergt, begegnet Problemen nicht wegen dieser Unterschiede, sondern allenfalls wegen der Art und Weise, wie er diese Unterschiede lenkt, bzw. nicht lenkt. Die nebeneinander lebenden Zivilisationen wählen entweder den Weg von Auseinandersetzung oder Frieden und Zusammenarbeit, je nachdem, ob sie einander in Toleranz begegnen oder ob sie intolerante Individuen nicht unter Kontrolle halten können. Heute gibt es sowohl im Westen wie auch in der islamischen Welt Menschen, die anstelle von Toleranz und Verständigung Feindschaft und Auseinandersetzung wählen. Deshalb setzen sich bezüglich des Islam und der Muslime falsches Verständnis und Voreingenommenheit fort, was für die islamische Welt zu mancherlei Schwierigkeiten führt. Der Westen wiederum ist aufgrund seiner verschiedenen falschen Ansichten unnötig besorgt.

Um eben dieses falsche Verständnis aus der Welt zu schaffen, muss es die grundlegende Politik der islamischen Welt sein, allen Menschen Liebe, Frieden und Toleranz als Grundlage der wahren islamischen Moral zu erklären. So wie ich in allen meinen Büchern betone, dass die islamische Religion eine Religion der Liebe ist, die jede Form der Gewalt, Auseinandersetzung, Streit und Terror ablehnt, muss dies den Menschen im Licht der qur'anischen Verse und der Hadithen des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) erklärt werden. Doch auch der Westen muss sich von seinen Vorurteilen trennen und mit einvernehmlichem Verständnis Schritte unternehmen, um sich mit den Muslimen auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen. Dieser gemeinsame Nenner besteht aus den gemeinsamen Glaubensinhalten der drei großen Religionen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir alle an den gleichen Gott glauben. Wir bemühen uns alle, die gute Moral zu leben und zu verbreiten, die uns unser Herr befahl. Doch die Glaubensüberzeugungen der Besitzer der Offenbarungsschriften stimmen mit den Muslimen nicht nur in Glaubensthemen überein, sondern auch in ihren sittlichen Werten. In einer Welt, in der wie heute unsittliches Verhalten wie Prostitution, Homosexualität und Drogenabhängigkeit, aber auch das Modell eines egoistischen, nur seine eigenen Interessen verfolgenden und unbarmherzigen Menschen immer mehr Verbreitung findet, glauben die Besitzer der Offenbarungsschriften und die Muslime an die gleichen Tugenden: Ehre, Keuschheit, Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Anstand, Zuneigung, Barmherzigkeit und Liebe ohne Gegenleistung.

Schließlich erteilte Allah im Qur'an den Muslimen einen Befehl, der die Besitzer der Offenbarungsschriften betrifft, nämlich diese mit einem gemeinsamen Wort zur Vereinigung zu rufen:

Sprich: "O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah." (Qur'an, 3:64, Sure Al-Imran)

MM: Herr Oktar, wir danken Ihnen für das Interview.

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